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Taxi Times D-A-CH - Juni 2016

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TAXI INTERNATIONAL ARMUT

TAXI INTERNATIONAL ARMUT UND PREIS- VERFALL Die G7-Staaten haben eine unabhängige Studie mit Schwerpunkt auf die Situation der Taxis und Mietwagen in Großstädten in Auftrag gegeben. Die Studie zielt darauf ab, zu beweisen, dass der Markt in Paris gesättigt ist. „Die Nachhaltigkeit der Taxi- und Mietwagenbranche bleibt fragil.“ So lautet das Fazit des Berichts – kurz gesagt: keine weiteren Fahrzeuge. Genau wie London hat Paris regelmäßig an vorderster Front gegen Uber und Co gekämpft. Pariser Taxifahrer erwiesen sich dabei als noch militanter als ihre englischen Kollegen – hauptsächlich, weil ihre Situation aufgrund der großen Vielfalt der zugelassenen Fahrzeuge noch komplizierter ist. In dem Bericht „Taxis und Mietwagen in Großstädten – Eine Fallstudie von Paris“ heißt es, „dass der Markt für die urbane Beförderung langfristig praktisch stabil geblieben ist“. In Paris und London blieb die durchschnittliche Anzahl der Fahrten pro Person über Jahrzehnte nahezu unverändert. Die Nutzung von Autos hat sich zugunsten öffentlicher Transportmittel und zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegter Wege reduziert. FLACHER MARKT Der Anteil von Taxis und Mietwagen ist in Großstädten mit einem Prozent stabil geblieben. Der große Zulauf von „App-Fahrern“ geschah in einem flachen Markt mit gleichbleibender Bevölkerung und hauptsächlich im Bereich der Mietwagen. In Städten mit einem Lizenzsystem haben die Lizenzen den größten Teil ihres Wertes verloren. Überall führte das Hinzukommen neuer Marktteil nehmer zu energischen Reaktionen von allen Beteiligten. Die Vorschriften in den meisten Industrieländern unterscheiden sich kaum, so der Bericht. Taxis profitieren von exklusiven Vorrechten wie Taxiständen, dem Anhalten von Taxis auf der Straße oder dem Zugang zu Busfahrstreifen, haben aber auch strenge Zugangsvorschriften, häufig in Verbindung mit Genehmigungen und Zugangsbeschränkungen und vorgeschriebenen Fahrpreisen. Bei der Buchung sind Taxis und Mietwagen wieder gleich. Kürzlich haben manche Aufsichtsbehörden versucht, die Zugangsbarrieren für Mietwagen anzuheben (Führungszeugnis, Qualifikationsprüfung, Fahrzeugqualität). KEIN MANGEL Der Bericht verneint den so häufig behaupteten Mangel an Taxis in Paris. Seit 2008 ist die Anzahl der Zulassungen stark gestiegen, die Bevölkerungszahlen sind aber stabil geblieben. Taxis und Miet wagen (die man in Paris VTC nennt) verfügen gemeinsam über 30000 Fahrzeuge (40000 Fahrer, Stand 2015). Im Vergleich zu den 135000 in London ist das noch wenig. „Im Gegensatz zu dem, was aus einigen Berichten hervorgeht, gibt es in der Region Paris keine Gelegenheit, in dieser Branche noch weitere Arbeitsplätze zu schaffen.“ Der Bericht spricht sich strikt gegen eine Deregulierung aus, obwohl die Taxibranchen in Schweden (dereguliert) und den Niederlanden (nur geringe Regulierung) mit diesen rechtlichen Rahmenbedingungen ziemlich zufrieden sind. „Es sprechen in der Tat gute Gründe für eine Regulierung der Branche. Intensive Nutzung der Straßen ist einer davon – in Paris machen Fahrgemeinschaftsdienste etwa ein Viertel des gesamten Verkehrs aus – und somit verbraucht die Branche gefährdetes ‚öffentliches Eigentum‘. Übergroße Flotten würden den Fluss sämtlicher Fahrzeuge in der Branche behindern und somit die Attraktivität mindern.“ Ein Marktparadox: „Überschreitet man ein bestimmtes Maß beim Angebot, wird dies aufgrund der negativen Auswirkungen auf Warte- und Fahrtzeiten die Nachfrage vernichten.“ Der Bericht schließt mit der Feststellung: „Die Nachhaltigkeit der Taxi- und Mietwagenbranche bleibt fragil. Taxifahrer in Frankreich haben ein wesentlich niedrigeres Einkommen als die meisten anderen Selbstständigen und ihre Situation hat sich seit dem Auftauchen der webbasierten Apps noch verschlechtert.“ Die Lage der VTC-Fahrer ist ähnlich. „Taxi- und VTC-Fahrer haben relativ ähnliche soziologische Profile, obwohl die VTC-Fahrer in Frankreich sehr viel jünger sind als Taxifahrer.“ Der Bericht fordert die ordnungsgemäße Regulierung und wirksame Richtlinien für sämtliche Arten von „Taxi“, um „eine Überpopulation und Verarmung der Fahrer und auch (weiteren) Verlust an Lizenzwert zu vermeiden“. „Es ist besonders wichtig, dass die Aufsichtsbehörden auch Zugriff auf konsolidierte Daten der Betreiber erhalten, sodass das Einkommen der Fahrer den Steuer- und Sozialversicherungsbehörden gegenüber offengelegt wird und auch um die Überwachung kriminellen Verhaltens zu ermöglichen.“ wf FOTO: Wim Faber 28 JUNI / JULI / 2016 TAXI

R E D A K T I O N E L L E A N Z E I G E GLEICHE LEISTUNG, GLEICHE REGELN Die Grenzen zwischen verschiedenen Marktakteuren und Segmenten verschwimmen, doch Kunden brauchen klare, einheitliche Regeln, die sie schützen und Betreiber brauchen einen fairen Wettbewerb.Wenn Unternehmen ähnliche Leistungen anbieten, dann sollten für alle dieselben Regeln gelten. Es sollte keinen Unterschied machen, ob es sich dabei um eines der neuen Fahrdienstleistungsunternehmen handelt oder ein traditionelles Taxi- Unternehmen. Es besteht kein Grund zur Anwendung unterschiedlicher Regulierungsrahmen für diese im Grunde identischen Transportdienstleister. REAL SHARING ECONOMY VS KOMMERZIELLE UNTERNEHMEN Wir bestehen auf die Unterscheidung zwischen Akteuren der Real Sharing Economy (reale Fahrgemeinschaften) und einer neuen Kategorie rein kommerzieller Transportvermittler. Letztere bieten ihren Kunden Für weitere Informationen kontaktieren Sie die IRU unter +32 2 743 2584, stuart.colley@iru.org www.iru.org kommerzielle Leistungen und stehen daher in direktem Wettbewerb mit Taxiunternehmen, geben sich dabei jedoch als Sharing Economy Akteure aus. KUNDENORIENTIERTE REGELN Egal ob Regeln auf nationaler oder lokaler Ebene aufgestellt werden, sie müssen so gut wie möglich auf den Kunden abgestimmt sein, um ein hohes Serviceniveau, das auf die Bedürfnisse der Nutzer eingeht, sicherzustellen. Taxis und Mietwagen mit Fahrern sind fester Bestandteil der öffentlichen Transportkette und sollten als solche voll und ganz unterstützt werden. UPTOP - DAS GLOBALE TAXI-NETZWERK DER IRU Up Top wurde geschaffen, um legale, zuverlässige, hochqualitative und sichere Leistungen für Taxi-Kunden zu fördern. Dabei wird die neueste Smartphone-Technologie für Taxis bei vollständiger Einhaltung des geltenden regulatorischen Rahmens genutzt. Es umfasst aktuell mehr als 500.000 Taxis - ungefähr 12,5% des globalen Markts - auf fünf Kontinenten und wächst stetig weiter.

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