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Taxi Times D-A-CH Oktober/November 2016

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NEWS STEIGENDE

NEWS STEIGENDE E-REICHWEITEN Autos mit Elektroantrieb sind bei großen Automobil-Messen längst keine Randerscheinung mehr. Beim Pariser Autosalon Anfang Oktober präsentierte beispielsweise der in Frankreich heimische Hersteller Renault die überarbeitete Generation seines Zoe mit einer neu entwickelten Z.E.-40-Batterie. Der Akku verspricht eine Reichweite von 400 Kilometern. Einen noch größeren Entwicklungsschritt vollzog Opel bei seinem Ampera-e, der mittlerweile eine Batteriereichweite von bis zu 500 Kilometern verspricht und somit keinen benzingetriebenen Zusatztank (Range Extender) mehr benötigt. Der so gewonnene Platz ermöglicht einen fünften Sitzplatz (bisher Viersitzer). Formell hört sich das nach Taxitauglichkeit an. Doch zur Entwicklung eines Taxipakets konnte sich Opel bisher nicht durchringen – ebenso wenig wie Renault für den Zoe. jh ES DROHEN DIESEL- FAHRVERBOTE 500 Kilometer Reichweite und fünf statt bisher vier Sitzplätze: Der neue Ampera-e wäre durchaus taxitauglich, hat aber noch kein werkseitiges Taxipaket. EICHUNG ÄLTERER TAXAMETER WIRD SCHWIERIG Wenn am 30. Oktober 2016 die Übergangsfrist für die europäische MID-Richtlinie abläuft, dürfen Taxameter älterer Bauzulassung nicht mehr in den Verkehr gebracht werden. Dieses Verbot betrifft auch die eichrechtliche Bewertung. Die Eichbehörden in Deutschland haben sich zu dieser Frage untereinander abgestimmt und eine gemeinsame Regelung beschlossen, wonach solche Altgeräte bei einem Fahrzeugwechsel nicht wieder eingebaut werden dürfen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei einem solchen Fahrzeug um ein neues oder um ein gebrauchtes Auto handelt. Es gibt allerdings eine Ausnahme: War das Fahrzeug vorher auch bereits ein Taxi, kann darin auch ein Taxameter älterer Bauzulassung eingebaut werden. Etliche Städte in Deutschland können den seit 2010 verbindlich geltenden Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO 2 ) von 40 µg NO 2 /m 3 im Jahresdurchschnitt nicht einhalten. Die von den Städten durchgeführten Maßnahmen müssen daher verstärkt werden, fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in zahlreichen Verwaltungsgerichtsverfahren und hat dabei die Richter oft auf ihrer Seite. Erst kürzlich wurde die Stadt Düsseldorf verurteilt, den für die Stadt geltenden Luftreinhalteplan so zu ändern, dass dieser die erforderlichen Maßnahmen zur schnellstmöglichen Einhaltung des NO2-Grenzwertes im gesamten Stadtgebiet enthält. In diesem noch nicht rechtskräftigen Urteil ist unter anderem von einer schadstoffarmen Taxiflotte und von zeitlich und sachlich beschränkten Fahrverboten die Rede. Einen ähnlich eindeutigen Richterspruch erhofft sich die DUH bald auch für Mainz. Da die in einem gerichtlichen Vergleich versprochenen Maßnahmen zur kurzfristigen Senkung der Schadstoffbelastung von der Stadt nicht umgesetzt wurden, werde man das Verfahren nun wieder aufnehmen und hofft auf eine möglichst rasche gerichtliche Entscheidung. „Wir gehen spätestens ab 2018 von einem Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt aus“, erklärt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. wh/jh Toyota Mirai: ein Taxi mit Wasserstoff. DREI NEUE MODELLE BEKOMMEN EIN TAXI- PAKET Der im Auftrag etlicher Fahrzeugimporteure tätige Taxispezialist Intax hat für den überarbeiteten Renault Traveller sowie die beiden Toyota-Modelle Proace und Mirai ein Taxipaket entwickelt. Die Fahrzeuge können somit über den jeweiligen Händler als werkseitiges Taxi bestellt werden und erfüllen damit eine wichtige Voraussetzung für die Konformitätsbewertung bei den Eichbehörden. Traveller und Proace wurden von Renault und Toyota gemeinsam entwickelt (siehe nebenstehenden Testbericht). Der Toyota Mirai verfügt über vier Sitzplätze und ist das erste serienmäßige Wasserstoff- Taxi Deutschlands. Der Tankvorgang dauert nur wenige Minuten, das Netz an verfügbaren Zapfsäulen ist allerdings noch sehr dünn. Der Preis bewegt sich auf Tesla-Niveau. FOTOS: Opel, Intax 18 OKTOBER / NOVEMBER / 2016 TAXI

ANTRIEB TOYOTA PRÄSENTIERT DEN NEUEN PROACE Der Preis ist günstig und die Ausstattung komplett. Warum der neue Proace auch sonst ein taugliches Bus-Taxi sein kann, haben wir auf einer ersten Testfahrt herausgefunden. Neuer Name, neue Großraum-Alternative: Der Toyota Proace ersetzt den bisherigen Hiace. FOTOS: Wilfried Hochfeld / Taxi Times An der alten Versteigerungshalle des Kölner Großmarktes zeigte Toyota unserem Magazin seine neuesten Produkte für die gewerbliche Nutzung. Dazu gehören der neue Pickup Hilux, der Lieferwagen Proace und sein Ableger zur Personenbeförderung, der Proace Verso. Letzterer ist ein bis zu neunsitziger Kleinbus, der prima als Großraumtaxi geeignet ist. Der erste Eindruck ist sehr ordentlich: starker Motor, harmonisches Fahrwerk, geräumiger, fein ausgestatteter Innenraum. Seine Abstammung vom Transporter wurde gut kaschiert. Intax wird ein Taxipaket entwickeln. Für den französischen Bruder des Toyota Proace Verso, den Peugeot Traveller, ist das bereits fertig. Der Proace Verso wird in drei Längen, mit drei unterschiedlich leistungsstarken Diesel-Motoren und in drei Ausstattungsvarianten angeboten. Der 1,6 Liter große Diesel leistet 85 kW (116 PS) und entwickelt ein Drehmoment-Maximum von 300 Nm. In Verbindung mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe und Stopp-&-Start-System liegen die Verbrauchswerte zwischen 5,1 und 5,2 l/100 km, die CO2- Emissionen betragen 133 bis 137 g/km. Der 2,0-Liter-Turbodiesel leistet 110 kW (150 PS) und 370 Nm Drehmoment. Der Motor ist ebenfalls an ein Sechsgang-Schaltgetriebe mit Stopp-&-Start- System gekoppelt, die Verbrauchs- und Emissionswerte betragen 5,5 l/100 km und 143 g/km CO2. Die Top-Version des 2,0-Liter- Aggregats leistet 130 kW (177 PS) und stellt ein Drehmoment von 400 Nm bereit. Der leistungsstärkste Turbodiesel ist serienmäßig an eine Sechsgang-Automatik samt Stopp-&-Start-System gekoppelt. Derart gerüstet realisiert der Toyota Verbrauchswerte zwischen 5,7 und 5,9 l/100 km, die CO2-Emissionen betragen zwischen 151 und 159 g/km. Alle Dieselmotoren erfüllen die Abgasnorm Euro 6 und sind zur Reduzierung des Stickoxid- Ausstoßes mit der AdBlue-Abgasreinigungstechnik ausgestattet. Der AdBlue-Tank fasst 22,5 Liter und muss erst nach 15 000 Kilometern aufgefüllt werden. Ein Automatik-Getriebe wird also nur mit dem stärksten Motor angeboten. Eine Hybrid-Version steht vorerst nicht in Aussicht. Allerdings hat Toyota versprochen, bis 2020 in allen Fahrzeugklassen ein Hybridmodell anzubieten. Die Nettopreise reichen von knapp unter 30 000 Euro bis 45 000 Euro. Die Liste der aufpreispflichtigen Extras ist japanisch kurz. Schon die Basis-Ausstattung „Shuttle“ enthält ein umfassendes Paket von Sicherheitsassistenten (ABS, ESP, Berganfahrassistent). Zahlreiche Airbags auch für die hinteren Sitzreihen, Licht- und Regensensor, Parksensoren vorn und hinten, Toter-Winkel-Warner und einiges mehr sind seriennäßig immer an Bord. Der Proace Verso hat im Euro-NCAP-Crashtest eine 5-Sterne-Bewertung erreicht. SCHIEBETÜREN AN BEIDEN SEITEN SERIENMÄSSIG Die kurze Version Compact ist im Stadtverkehr sehr wendig und mit neun Sitzen ein vollwertiges Großraumtaxi. Die längere Version L1 hat einen längeren Radstand und die ganz lange Version L2 darüber hi naus einen längeren Überhang. Beides kommt dem Gepäckraum zugute. Die Platzverhältnisse für die Passagiere sind also in allen Längen gleich. Die Sitzanordnung lässt sich in den verschiedenen Ausstattungen vielfältig variieren. Schiebetüren an beiden Seiten sind Serie. Mit seinem ansprechenden So viel Ladefläche bleibt bei der Kurzversion Compact übrig. Wer mehr Kofferraum benötigt, kann auf die längeren Versionen L1 und L2 zurückgreifen. Aussehen, Pkw-mäßigen Inneren, gefälligen Fahrverhalten und seiner serienmäßig kompletten Ausstattung zu einem günstigen Preis dürfte der neue Toyta Proace im Taxigewerbe als Kleinbus bzw. Großraumtaxi eine gute Figur machen. wh TAXI OKTOBER / NOVEMBER / 2016 19

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