Aufrufe
vor 4 Jahren

Taxi Times D-A-CH - September 2016

  • Text
  • Taxis
  • Fahrer
  • September
  • Unternehmen
  • Unternehmer
  • Taxifahrer
  • Mytaxi
  • Uber
  • Hailo
  • Renault
  • Septmber

GUTACHTEN Laufleistung pro Taxi in Kilometern, nach Betriebsarten (2015) Durchschnitt: 42 049 km 40 716 Durchschnitt: 56 516 km 52 404 Durchschnitt: 74 285 km 72 461 33 059 49 914 37 766 73 195 57 136 89 638 25 % 25 % 25 % 25 % Einwagenbetriebe ohne Fahrpersonal Einwagenbetriebe mit Fahrpersonal Mehrwagenbetriebe HAMBURG ERSTELLT EIGENE TAXI-GUTACHTEN In Hamburg sind bereits etwa zwei Drittel aller Taxis mit Fiskaltaxametern bestückt, so viel, wie sonst nirgends in Deutschland. Damit haben die Behörden Zugriff auf sämtliche Schichtdaten. Sie haben kürzlich zum zweiten Mal Rechenschaft darüber abgelegt: Im Auftrag der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg hat das Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein im Juli den Bericht „Die wirtschaftliche Lage des Hamburger Taxengewerbes 2015“ veröffentlicht. In der Einleitung wird sehr verständlich die Erhebung der Daten erläutert und ein Vergleich zur Vorjahresstudie gezogen. Wie in jeder Stadt schwankt die Zahl der Konzessionen in der Elbmetro pole ständig durch An- und Abmeldungen sowie Betriebsgründungen und -schließungen. Solche Probleme wurden in den Berechnungen präzise berücksichtigt. Der Bericht ist voller Zahlen, die immer mit sehr gut verständlichen Grafiken veranschaulicht sind (siehe Beispiel oben). Es wird deutlich, dass die Einführung des Hamburger Modells zu einer Abnahme der Konzessionszahl geführt hat, da man mit Unternehmern, die unplausible Angaben zu Fahrleistungen, zum Fahrpersonal und zu den Umsätzen vorlegen, konsequent umgeht – ein Vorgehen, das ehrliche Taxiunternehmer seit Jahren auch in anderen Teilen Deutschlands von den Behörden fordern. Fazit des Statistikamtes Nord: „Der nachhaltige Rückgang der Taxenzahl hat die Rahmenbedingungen für die Unternehmen, die alle Anforderungen an die persönliche Zuverlässigkeit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erfüllen, ebenso spürbar verbessert wie die Qualität der Kundenbedienung durch das Taxigewerbe.“ ar BERLINS FATALES TAXI-GUTACHTEN Laut der „Untersuchung zur Wirtschaftlichkeit des Taxigewerbes in der Bundeshauptstadt Berlin“ steht ein Teil der Berliner Taxibetriebe im Verdacht, im großen Stil irregulär zu wirtschaften. Die Untersuchung wurde im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt von der Firma Linne & Krause durchgeführt. Das Gutachten spricht von dem „Grundproblem Schattenwirtschaft“. Rund 80 Prozent der Taxen fielen bei der Datenanalyse durch eine anhand fester Parameter durchgeführte Plausibilitätsprüfung. Sie wiesen erhebliche Unregelmäßigkeiten bei diversen Kennzahlen auf, beispielsweise bei den Erlösen pro Fahrzeug, pro Kilometer oder auch bei den Personalund Kraftstoffkosten. Besonders gravierend ist der Anteil bei den Mehrwagenbetrieben: Bei 76 Prozent der Taxen hätten unplausible steuerliche Daten vorgelegen. Bei der Analyse dieser unerfreulichen Zahlen beschreibt das Gutachten die möglichen Ursachen: „Aus der u. a. personell bedingten, unzulänglichen Aufsicht konnte sich flächendeckend ein Milieu entwickeln, das mittels Steuerhinterziehung und Sozialbetrug die öffentlichen Kassen erheblich schädigt und Drei von vier Berliner Taxibetrieben betreiben laut einer Studie Schattenwirtschaft. eine beispiellose Wettbewerbsverzerrung hervorgebracht hat. […] Zuweilen sind solche Betriebe nur für zwei Jahre geplant – bis zur ersten Wiedererteilung (Zwei-Jahres-GmbH). So entsteht ein fataler Drehtüreffekt – mit immer neuen Strohmannkonstruktionen.“ Die zuständige Behörde kündigte an, durch die Schaffung neuer Stellen die Kontrollen bei den Betrieben zu erhöhen. jh FOTOS: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein, Taxi Times 12 SEPTEMBER / 2016 TAXI

GUTACHTEN ERGÄNZUNGS- GUTACHTEN FÜR MAINZ Linne und Krause revidiert seine Empfehlung, 37 Konzessionen aus dem Verkehr zu ziehen. FOTO: Fotolia / pure-life-pictures Groß war die Aufregung Ende des letzten Jahres, als die Stadt Mainz erklärte, die Zahl der Taxis zu reduzieren. Hatten die Unternehmer doch gerade mit dem Umsatzrückgang nach der Tariferhöhung zu kämpfen. Um rund 16 Prozent hatte man die Fahrpreise wegen des Mindestlohns angehoben. Die Kunden quittierten das mit einem Einbruch der Auftragszahlen um über 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Stadt Mainz sah nun aber Grund zum Handeln. Ein Gutachten von Linne und Krause sollte zügig umgesetzt werden. Dort hatte man empfohlen, die Zahl der Taxis von 212 auf 175 zu reduzieren. Das zu erreichen, hatte sich die Stadt auf die Fahne geschrieben – mitunter mit gravierenden Folgen für einige Taxiunternehmer. Die hatten nämlich Angst um den Fortbestand ihrer Unternehmen. Gerade bei Konzessionsverlängerungen sah die Behörde jetzt ganz genau hin. Über Monate hinweg waren einige Unternehmer im Unklaren darüber, in welcher Größe ihre Taxifirmen fortbestehen können. VERPACHTUNG IST ALTER ZOPF Ein besonderer Dorn im Auge der Verkehrsdezernentin Katrin Eder war die Verpachtung von Taxikonzessionen an Fahrer. „Ein alter Zopf, der abgeschnitten gehört“, wie sie sagte. Es sei einfach ungerecht, wenn Taxiunternehmer, die an die Stadt gerade mal 150 Euro im Jahr pro Konzession entrichten, diese für 450 Euro im Monat an Fahrer verpachten – und außerdem rechtswidrig. Könnte man diese Lizenzen einzie ­ hen, dann hätten andere Unternehmer eine Chance. Auf der Warteliste standen Anfang des Jahres 72 Unternehmer. Dieses Vorgehen würde aber nicht nur die verpachtenden Unternehmer hart treffen, denn ihnen entgehen Einnahmen. Ganz zu schweigen von den 45 000 Euro Marktwert. Zu diesem Preis werden die Lizenzen im Durchschnitt gehandelt. Es würde auch den Fahrern, die die Konzessionen pachten, die Existenzgrundlage komplett entziehen. Die Stadt Mainz beharrt aber auf ihrer Position, dass gerade die Unternehmer, die nur eine Konzession halten, nur dann von dem rückläufigen Geschäft leben können, wenn sich die Zahl der Taxis verringert. Jetzt könnte ein Ergänzungsgutachten von Linne und Krause die Situation zumindest etwas entspannen. Denn mittlerweile kommen die Gutachter zu dem Ergebnis, dass es ausreichen würde, die Anzahl der Konzessionen auf 195 zu reduzieren. Die AFT – die Allgemeine Funktaxizentrale Mainz e.G. – hätte mit der Umstellung von Sprach- auf Datenfunk einen wich ­ tigen Schritt in Rich tung Zukunft getan, aller dings zögen viele Fahrer da nicht mit. Zwar ist die AFT mit 190 angeschlossenen Fahrzeugen die größte Taxizentrale in Rhein land-Pfalz – so ist es zumindest auf ihrer Homepage zu lesen. Doch bringt sie nie mehr als 77 Taxis gleich zeitig auf die Straße, was zu Spitzenzeiten nicht ausreicht. Von Bedeutung dürfte zudem die anfänglich mangelnde Akzep tanz der Datenfunkvermittlung sein. Viele dieser Probleme seien aber „hausgemacht“. Dazu käme noch bei einigen Unternehmern eine gewisse Unbedarftheit, Berlin Abholmärkte in Berlin, Hamburg, Hilden Großer Online-Shop Speziell Mercedes Top-Preise Eilversand täglich Tel: (030) 2000549-300 wie in Zeiten des Mindestlohns das Fahr ­ personal optimal einzusetzen sei. Was bei der Neubewertung der Gesamtsituation eine wichtige Rolle gespielt hat, war, dass jetzt erstmals verlässliche Daten über die tatsächliche Auftragsdichte vorliegen – dank Datenfunk. Früher wurden Aufträge, die mehrfach vermittelt werden mussten, auch mehrfach gezählt. Was aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass es durchschnittlich zwei Mal pro Stunde zu „Problemaufträgen“ kommt, die entweder nur sehr mühsam oder auch gar nicht vermittelt werden können. ZENTRALE HAT SCHLÜSSELROLLE Trotzdem kommt der AFT bei der Funktionsfähigkeit des Mainzer Taxigewerbes eine Schlüsselrolle zu. Ohne ihre koordinierende Funktion ist eine angemessene Taxiversorgung in Mainz nicht denkbar, so das Gutachten. Die Mobilisierungsdefizite bei Bedienungsengpässen, die Probleme bei der Fahrzeugverfügbarkeit und die gesunkene Akzeptanz durch den Datenfunk seien durch die AFT zu lösen. So ließe sich eine umfangreichere Reduzierung der Konzessionsanzahl vermeiden – was den Druck auf Behörde wie Unternehmer gerade verringert. tb Die Einkaufsquelle für Taxibetriebe www.te-taxiteile.com TE Taxiteile Berlin GmbH | Gaußstraße7 | 10589 Berlin und Forckenbeckstr. 9-13 | 14199 Berlin TAXI SEPTEMBER / 2016 13

TaxiTimes D-A-CH