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Taxi Times DACH - 2. Quartal 2020

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NEUSTART WIRTSCHAFT ODER

NEUSTART WIRTSCHAFT ODER MENSCHENLEBEN? Bereits im April wurden erste Forderungen formuliert, die Politik möge doch bitte die Wirtschaft wieder hochfahren. Ein auf Taxiwerbung spezialisiertes Unternehmen hatte dazu eine Online-Petition gestartet. Die Initiative „#wannstartenwirneu“ setzte sich bereits seit Mitte April für die Interessen der Wirtschaft ein, ohne die Sorgen vor gesundheitlicher Unversehrtheit außer Acht zu lassen. „Wir brauchen Klarheit und einen zeitlichen Rahmen“, formulierte es Falk Röbbelen, Geschäftsführer von Taxi-Ad, der die Aktion gemeinsam mit Malte Wettern, Geschäftsführender Gesellschafter der Hamburg Finance GmbH, initiiert hatte. „Wie lange noch steht die Wirtschaft still?“ Als eine der ersten Maßnahmen wurde ein Schreiben an die Bundesregierung verfasst, das unter der eigens eingerichteten Homepage www.wann-starten-wirneu.de veröffentlicht wurde. Darin ließen Röbbelen und Wettern keinen Zweifel daran, dass die bisherigen heftigen Schritte der Bundesregierung notwendig gewesen seien. Nun gehe es allerdings darum, der Wirtschaft eine Alternative aufzuzeigen. „Um den Menschen verständlich zu machen, dass sie durchhalten müssen, muss man ihnen auch sagen, bis WANN sie durchhalten müssen“, hieß es in dem Schreiben. DEN NEUSTART PLANEN Bis Ostern oder Ende April würden viele Betriebe durchhalten, bis Ende Mai aber nicht, mahnte die Initiative. „Und mit dem Wissen, dass dies keine Einzelfalleinschätzung ist, dass die ersten Insolvenzen bereits Realität sind, […] dass das Hochfahren der Wirtschaft nicht schneller geht als das Herunterfahren, sollten wir JETZT mit der Planung des Hochfahrens beginnen.“ Das künftige Handeln dürfe keinesfalls nur auf die simple Frage „Wirtschaft oder Menschenleben?“ reduziert werden, vielmehr müsse beides in der Betrachtung der weiteren Vorgehensweisen Berücksichtigung finden. „Der Shut-Down ist nicht alternativlos“, mahnten Röbbelen und Wettern. „Unsere Gesundheit und ein funktionierendes und weltweit führendes Gesundheitssystem können nur in einer ebenfalls gesunden und funktionierenden Wirtschaft funktionieren. Wenn die Auswirkungen der Therapie dramatischer zu werden drohen als die Auswirkungen der Krankheit, sollte man die Therapie einstellen.“ Die Initiative sprach von zwei Seiten einer Medaille, welche die Gesellschaft aber auf keinen Fall spalten dürfe. „Wir müssen das eine tun, ohne das andere zu lassen.“ Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, wurde eine gleichnamige Petition gestartet, deren Zulauf allerdings eher mäßig war. Gerade einmal rund 250 Personen hatten bis Ende April unterschrieben. jh UBERS VERSTÖSSE GEGEN CORONA-GESETZE Während des Lockdowns mussten Hotels, Gastrobetriebe und Geschäfte schließen, wurden Grenzen dichtgemacht und Abstandsgebote von zwei Metern ausgesprochen. Geregelt wurden diese Beschränkungen in sogenannten Allgemeinverfügungen. Bei der konsequenten Umsetzung dieser Regelungen wurde dann allerdings mit zweierlei Maß gemessen. So hätten beispielsweise Mietwagen, die in Ballungsgebieten ausschließlich Gelegenheitsfahrten nach § 49 PBefG durchführten, eigentlich auch verboten werden müssen. Das hatte bereits Ende März die Taxivereinigung Frankfurt in einem offenen Brief an die Politik und die Genehmigungsbehörden gefordert. In Mietwagen, die anders als Taxi nicht zum ÖPNV zählten, „ist weder ein Abstand von 1,5 Metern einzuhalten noch garantiert, dass nicht mehr als zwei Menschen zusammentreffen“, monierte die Taxivereinigung und forderte die zuständigen Stellen auf, die entsprechenden Mietwagengenehmigungen im Gelegenheitsverkehr ruhen zu lassen – mit Ausnahme der Krankenbeförderung im Mietwagen, bei der es sich nicht um Gelegenheitsverkehr handele. Bewirkt hat dieser Appell leider nichts, Uber & Co. konnten unbehelligt ihre Fahrten durchführen. FOTO: Screenshot change.org 30 2. QUARTAL 2020 TAXI

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