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Taxi Times DACH - 3. Quartal 2022

ON DEMAND ON-DEMAND-TAXI

ON DEMAND ON-DEMAND-TAXI ÜBER DIE SCHNITTSTELLE VDV-459 Immer mehr Städte und Gemeinden führen on-Demand-Verkehre ein, die wenigsten greifen dabei aber auf das Taxi zurück. Dabei können die Aufträge sogar über das Taxi-Vermittlungssystem laufen. Ein Beispiel aus Bad Pyrmont. Es vergeht keine Woche, in der nicht irgendwo in Deutschland neue Pläne für einen „On-Demand-Verkehr“ entstehen bzw. verwirklicht werden. Dabei ist die Grundidee ein alter Hut: Dort, wo der klassische große Linienbus wegen zu geringer Auslastung nicht (rentabel) fährt, setzt man auf kleinere Fahrzeuge, die ausschließlich auf Bestellung (= On Demand) eingesetzt werden. Nicht selten kommen dabei Taxibusse zum Einsatz, beauftragt von den kommunalen Verkehrsgesellschaftern, bei denen die betriebswirtschaftliche Erkenntnis gereift ist, dass solche Lösungen günstiger sind als mit eigenen großen Geisterbussen unausgelastet durch die Gegend zu fahren. Der gängigste Begriff für diese Sonderform ist „AST“ (Anruf-Sammel-Taxi), ein Ableger davon ist der ALT (Anruf-Linien-Verkehr). Mit der Digitalisierung ist auch in diesen Bereich Bewegung gekommen. Die Software zur Routenplanung hat sich weiterentwickelt, die Ein- und Ausstiegspunkte können nun engmaschiger definiert werden. Nach und nach wird auch die Fahrzeug-Bestellung über eine App integriert. Zu den führenden Anbietern in diesem Bereich zählt Door2door, aber auch die etablierte Firma ESM, deren AnSat-System laut eigener Aussage in knapp einhundert Landkreisen und kreisfreien Städten seit vielen Jahren eingesetzt wird – auch dort, wo die örtlichen Verkehrsgesellschaften eng mit den örtlichen Taxiunternehmern zusammenarbeiten. 30 JAHRE AST IST JETZT DIGITAL So wie in Bad Pyrmont. Die dortigen Taxiunternehmer fahren seit gut 30 Jahren abends bzw. am Wochenende bestimmte Linien in der Stadt und im Gemeindegebiet. Die Bestellungen werden von der Mobilitätszentrale der Verkehrsbetriebe Hameln-Pyrmont erfasst und mithilfe der AnSat-Software zu AST-Touren gebündelt. Ca. 30 Minuten vor Fahrtbeginn erhält die Pyrmonter Taxizentrale dann die Fahrtaufträge, vermittelt sie an die eigenen Mitglieder und rechnet hinterher mit der Mobilitätszentrale ab. Die Digitalisierung hat auch hier bereits Einzug gehalten, denn ESM stellt dafür eine vom Verband der Deutschen Verkehrsunternehmen (VDV) definierte und realisierte Schnittstelle mit dem Namen VDV 459 AST zur Verfügung „Früher wurden die Fahrtaufträge noch per Fax übermittelt und von uns dann das Vermittlungssystem eingegeben“, berichtet Peter Danzinger, Vorstand der Bad Pyrmonter Taxizentrale. Mittlerweile werden die Fahrten direkt von der Leitstelle in das Vermittlungssystem von Taxikomm24 eingespeist. Die Software der Firma Exram ist dort seit 2014 für die Fahrtenvermittlung im Einsatz. „Von technischer Seite mussten wir dafür die offene Schnittstelle ‚VDV 459 AST‘ in unser Taxikomm24-System implementieren“, ergänzt Guido Kuth von Exram. Danzinger erläutert den Ablauf: „Die Aufträge landen jetzt automatisiert in der Driver-App unserer Teilnehmer und können dort wie jede andere Vorbestellung Auch im Landkreis Stade werden die AST-Aufträge unmittelbar in das Vermittlungssystem des Taxibetriebs eingespielt. Über eine Schnittstelle kann die Buchung einer On-Demand-Fahrt (AST) direkt in die Fahrer-App eingespielt werden. auch angenommen und erledigt werden.“ Zusätzlich bekomme man von der Mobilitätszentrale alle abrechnungsrelevanten Informationen. Durch die VDV-459-Schnittstelle können die Taxiund Mietwagenunternehmen bzw. Zentralen die bereits bei den Unternehmen vorhandenen Taxivermittlungssysteme auch für die Durchführung der Bedarfsverkehre nutzen“, formuliert Stefan Mehler von ESM die Absicht. „Die Kopplungen an die Vermittlungssysteme von Gefos, MPC, Seibt & Straub, SuE, Taxikomm24 und anderer befinden sich erfolgreich im Einsatz.“ jh FOTO: ExRam 18 3. QUARTAL 2022 TAXI

ON DEMAND ON-DEMAND IST MIT DEM TAXI GÜNSTIGER Mit nimmermüden Appellen verweisen Bundes- und Landesverbände auf das Taxi als ideale Partner bei künftigen On-Demand-Konzepten. FOTOS: CleverShuttle, Aco Der Bundesverband Taxi und Mietwagen BVTM, der Taxiund Mietwagenverband TMV, der MOLO Dachverband in Rheinland-Pfalz und diverse andere Taxivertreter drängen darauf, dass On-Demand-Projekte nicht mehr für teures Geld und mit zusätzlichen Fahrzeugen von den Verkehrsgesellschaften betrieben werden. Sie verweisen stattdessen auf die eigene Branche, die mit einem bereits existierenden Fuhrpark ihren Teil zur Mobilitäts- und Verkehrswende beitragen könne. „Für eine echte Weiterentwicklung des ÖPNV-Angebotes spielt insbesondere die enge Verzahnung der etablierten ÖPNV-Verkehrsträger Bus und Taxi eine Schlüsselrolle“, sagt beispielsweise Guido Borning vom MOLO. „Allein in Rheinlad-Pfalz stünden 1.100 Unternehmen und rund 2.500 Fahrzeugen für eine verstärkte Integration in den klassischen ÖPNV bereit.“ „Taxi ist grundsätzlich das bessere Auto“ lautet die These des Wissenschaftlers Prof. Dr. Andreas Knie, die jener kürzlich bei einer digitalen Diskussionsrunde des TMV vertrat. Das private Auto muss verzichtbar werden und künftige On-Demand-Verkehre sind hierfür ein Mittel zum Zweck. Für den BVTM-Geschäftsführer Michael Oppermann ist On-Demand-Mobilität eine staatliche Aufgabe. „Busse und Bahnen werden von Vater Staat großzügig bezuschusst. Das Taxi ist Teil des ÖPNV, aber bei der Finanzierung außen vor. Das muss sich ändern, wenn es auch künftig individuelle Mobilität für alle rund um die Uhr geben soll.“ Im ländlichen Bereich ist das Taxi deutlich günstiger als schwach besetzte Busse, da sind sich alle Taxiverbände einig. Die Forderung ist daher eindeutig: Flexible On-Demand-Mobilitätskonzepte sollen und müssen gemeinsam mit dem Taxigewerbe verwirklicht werden. jh TEURER GÜNSTIGER Warum für neue On-Demand-Linien zusätzliche Fahrzeuge anschaffen, wenn das Taxi sowieso schon vorhanden ist? Überzeugend unterwegs Das beste Netz kann jetzt noch mehr! Profitieren Sie von unseren attraktiven Mobilfunk-Tarifen speziell für Verbandsmitglieder – und von vielen neuen Features und Vorteilen: Laut CHIP Mobilfunknetztest Heft 01/2022 • Blitzschnelles 5G 1 • Highspeed-Datenvolumen bei Business Mobil L–S • Budgets für die Auslandstelefonie • 2 MultiSIM bei L und 1 MultiSIM bei M und S kostenfrei hinzubuchbar 2 sowie 50 % Rabatt 3 auf jede weitere MultiSIM Persönlichen Beratungstermin hier vereinbaren Angebot gilt für Berechtigte im Rahmenvertrag TM195. 1) Voraussetzung für die 5G-Nutzung ist ein 5G-fähiges Endgerät. 5G ist deutschlandweit bereits an vielen Standorten verfügbar. Infos unter telekom.de/netzausbau. 2) Option MultiSIM Vorteil. 3) Bis max. 10 MultiSIM sind inkl. 50 % Rabatt kostenpflichtig hinzubuchbar.

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