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Taxi Times DACH - 4. Quartal 2022

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EUROPÄISCHE TAXIMESSE

EUROPÄISCHE TAXIMESSE ETM Auch die kleinsten Besucher durften sich ein E-Taxi anschauen. Auch die zweite Generation des Toyota Mirai setzt auf die Brennstoffzelle. angenommen haben. Die breiteste Taxi-Fahrzeugpalette zeigte Toyota auf seinem Messestand. Toyota Head of Sale Chris Kahlo bestätigte im persönlichen Gespräch mit Taxi Times, dass die Entscheidung, eine sehr große Fahrzeugpalette zu präsentieren, nach dem Motto „Ganz oder gar nicht“ getroffen worden war. E-TAXI-PREMIERE BEI TOYOTA Beispielsweise konnte man auf dem Messestand auch mit dem bZ4X eine echte Taxipremiere feiern. Das SUV repräsentiert Toyotas Vorstellung eines E-Taxis und zeichnet sich durch seine großzügigen Platzverhältnisse und den vergleichsweise geringen Stromverbrauch aus, den Toyota mit 14,4 kWh/100 km angibt. Das soll in der kombinierten elektrischen Reichweite bei voller Batterie für 436 Kilometer ausreichen. Im City-Messzyklus sollen sogar bis zu 583 Kilometer (nach WLTP) möglich sein. Gleich daneben war der Toyota Mirai zu sehen, Deutschlands einziges Wasserstoff-Taxi, das bereits bei einigen Taxibetrieben im Einsatz ist. Die Brennstoffzelle wird mit Wasserstoff aus insgesamt drei Tanks gespeist. Der daraus generierte Strom treibt eine E-Maschine mit 182 PS Leistung an. Nachgetankt wird innerhalb weniger Minuten, und das spätestens alle 650 Kilometer. Mit Frank Still, dessen Expertenwissen auch bei einer Diskussionsrunde im Forum gefragt war (siehe Seite 18), hatte sich auch Toyotas Wasserstoff-Spezialist auf dem Stand eingefunden. Um die Antriebsstrategie abzurunden, waren noch ein Toyota RAV4 als Plug-in-Hybrid und ein Lexus ES Hybrid vor Ort zu sehen. Auf dem Stand gegenüber wurden die Toyota-Großraumtaxis Toyota Proace Verso und Toyota Proace City Verso als Rollstuhltaxis mit Heckausschnitt und Auffahrrampe präsentiert. Der Aussteller, das Autohaus S+K aus Neu Wulmstorf nahe Hamburg, hatte auch bei der Umrüstung des Proace Verso Electric auf dessen vollelektrische Variante gesetzt. Ursprünglich angemeldet war auf der Europäischen Taximesse auch die London Electric Vehicle Company (LEVC), doch das britische Unternehmen, welches mit dem TX das bislang einzige auf dem deutschen Markt erhältliche Taxi anbietet, das speziell für die kommerzielle Personenbeförderung entwickelt wurde, hatte seine Teilnahme zurückgezogen. sg Die komplette Systemlösung für Ihr Flottenmanagement Unternehmerportal mit Einzelaufzeichnung und Schichtdokumentation optiTAX für Taxi-/Mietwagenzentralen und Unternehmer FLOTTEN MANAGEMENT • Disposition • Abrechnung • Autobooking • Call Center Lösungen • Sharing- und Sammelverkehre LÖSUNGEN AUS EINER HAND • T-Box mit allen Schnittstellen • Komplettlösung inkl. SIM Karte • sichere APP auf Samsung XCover oder Webfleet 8475 Terminal • und viel mehr Unsere Kunden sind integriert in das App-Netzwerk: cab4me, Taxi Deutschland, taxi.eu www.seibtundstraub.de Immer auf dem neuesten Stand!

EUROPÄISCHE TAXIMESSE ETM VERSTÄRKTES INTERESSE AN INKLUSIONS- TAXIS Das Personenbeförderungsgesetz schreibt vor, dass Mehrwagenbetriebe ab 20 Fahrzeugen auch mindestens ein Rollitaxi vorhalten müssen. Entsprechend groß war das Interesse für solche Umbauten auf der Taximesse. Auch wenn die Europäische Taximesse nach Corona- Zwangspause und Ortswechsel weniger Aussteller und Besucher als noch 2018 hatte: Die Zahl der Fahrzeuge mit Heckausschnitt schien dem subjektiven Eindruck nach zugenommen zu haben. Dabei fiel auf, dass sich für die sogenannten Inklusionstaxis jetzt auch zahlreiche Messebesucher*innen aus den Städten interessierten. Hier vor allem die Unternehmer*innen größerer Taxiflotten, denn sie werden seit der Novelle des Personenbeförderungsgesetzes dazu verpflichtet, ab der 20. Taxikonzession mindestens fünf Prozent der Flotte mit einem umgerüsteten Taxi für den Rollstuhltransport vorweisen zu können. MEHR INKLUSIONSTAXIS Wer also genau 20 Konzessionen besitzt, muss ein Taxi rollstuhltauglich umgebaut haben, wer 21 besitzt, dann eventuell schon zwei. So zumindest interpretiert es beispielsweise die Münchner Behörde. Rein rechnerisch müsste ein Unternehmer bei 21 Konzessionen 1,05 Inklusionstaxis vorhalten. Der Mathematiker würde hier abrunden, die Münchner Genehmigungsbehörde rundet allerdings auf. Man folge bei der Rechtsanwendung den Hinweisen des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr, heißt es auf Nachfrage von Taxi Times. Demnach sei bei der gesetzlichen Mindestverfügbarkeit von fünf Prozent zu beachten, dass angebrochene Fahrzeugzahlen stets aufgerundet werden. Das sei durch den Wortlaut des Gesetzes zur „Mindestverfügbarkeit“ bedingt. Immerhin zählt München inklusive Landkreis ebenso wie beispielsweise Hamburg, Berlin oder Stuttgart zu jenen Kommunen, die bereits im Vorfeld der Novelle reagiert und Förderprogramme aufgelegt haben, welche den Umbau von Inklusionstaxis mit einem fünfstelligen Betrag bezuschussen. Das könnte ein entscheidender Anreiz für städtische Taxiunternehmer sein, sich für ein Geschäftsfeld zu öffnen, dem man ein großes Wachstum prognostiziert. Gerade hinsichtlich der finanziellen Einbußen, bedingt durch den Corona-Lockdown und seine Folgen, könnte der Rollstuhltransport für viele eine neue, zusätzliche Einnahmequelle sein. DAS ANGEBOT IST GROSS Der Bedarf ist vorhanden und die Möglichkeiten, sich solch ein Inklusionstaxi anzuschaffen, sind vielfältig. Das wurde auf der Taximesse deutlich, bei der die Fahrzeuggattung Vans/Busse einen besonders großen Anteil unter den ausgestellten Fahrzeugen hatte. Es waren sogenannte KMP-Modelle, also Kraftfahrzeuge für mobil eingeschränkte Personen. Der Messestand von AMF-Bruns zeigte beispielsweise einen zum KMP umgebauten VW Crafter. Er war mit dem sogenannten Smartfloor-Systemboden, Smartseat-Einzelsitzen, dem Linearlift Solid AL1 sowie mit einer Trittstufe ausgestattet. Zusätzlich waren auf dem Messestand ein umgerüsteter VW Caddy, ein Mercedes-Benz eVito sowie ein Mercedes-Benz Citan ausgestellt. Diese drei Fahrzeuge verfügten alle über einen Heckausschnitt mit Rollstuhlrampe. Weitere Fahrzeuge mit AMF-Bruns-Komponenten waren auf den Ständen von Autohaus Bayer, Autohaus S+K, DVI Mobile und Ford Fiegl zu sehen. Direkt nebenan war dann auch das Autohaus Siebrecht mit einem umgerüsteten Ford Tourneo Connect, einem riesigen Ford E-Transit inklusive AMF-Bruns Umbau vertreten. Der Wagen verbindet neben dem E-Antrieb auch die Möglichkeit, einen Rollstuhl zu befördern. Der Weg zum Ziel ist dabei recht aufwendig, denn die Basis liefert ein Transporter, der erst mit Fenstern und Dachhimmel wohnlich eingerichtet wird und dann noch auf 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht abgelastet werden muss. ILLUSTRATION: Adobe Stock / E. Zacherl 8 4. QUARTAL 2022 TAXI

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