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Taxi Times DACH - Juli 2017

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Teil eins des

Teil eins des „Praktikums“: Die Bundestagspolitikerin Antje Tillmann (mit weißem Tuch) will den Ablauf in einer Erfurter Taxizentrale kennenlernen. PRAKTIKUM IN DER TAXIZENTRALE Die thüringische Bundestagsabgeordnete Antje Tillmann besuchte einen ganzen Vormittag lang eine Erfurter Taxizentrale. Der Fernsehsender MDR hatte darum gebeten, diesen Besuch begleiten zu dürfen. Willkommen in einer der modernsten Taxizentralen.“ Mit diesen Worten empfingen Michaela John und ihr Bruder Daniel Schwuchow die Politikerin Antje Tillmann. Frau Tillmann sitzt für die CDU im Bundestag und ist dort finanzpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Erfurt ist Teil ihres Wahlkreises. Im Betrieb der City Taxi AG hatte sich Tillmann als „Praktikantin“ angemeldet: Sie wollte sich während ihres mehrstündigen Besuchs sowohl über den Ablauf in der Zentrale informieren, als auch im Taxi eines Fahrers mitfahren. Der „Arbeitstag“ begann morgens um acht, zum Kaffee gab es frisches Obst (leckere Himbeeren) und gleich mal eine Überraschung für die Bundestagsabgeord - nete. Es klingelte kein Telefon. Das tat es auch während des restlichen Vormittags nicht, denn die Erfurter Taxizentrale hatte schon vor vielen Jahren auf ein digitales Vermittlungssystem (TAXIKOMM24) umgestellt, bei dem sämtliche Anrufe am TAXI- KOMM24-Server landen und von dort über eine zweite Leitung direkt auf die Smartphones der Fahrer übermittelt werden. Daniel Schwuchow erläuterte, wie intelligent die programmierte Software jeden Anrufer genau demjenigen Fahrer zuweist, der am nächsten zur Abholadresse liegt. „Somit bekommt jeder Fahrer gleichzei tig »Bei dieser Aus lastung fällt es schwer, den Mindest lohn zu bezahlen.« Michaela John, Das City Taxi AG die Möglichkeit, sich um seine Folge- aufträge zu kümmern und diese ohne das Zutun Dritter eigenständig abzuarbeiten.“ Da zeitgleich eingehende Anrufe auf meh rere Fahrzeuge verteilt werden können, gehe auch keine Bestellung verloren. Jede Fahrtbestellung bleibt über einen fest defi nierten Zeitraum nachvollziehbar, sodass auch Verlustmeldungen von Gegenständen oder „selten vorkommende Beschwerden“ nachverfolgt werden können. „Sie sehen, das Taxigewerbe ist weder altmodisch noch unmodern“, betonte Frau John in Anspie lung auf externe Vermittlungsplattformen, die mit solchen Argumenten immer wieder versuchen, die Notwendigkeit neuer Taxi gesetze zu forcieren. „Unser PBefG ist in Bezug auf den Verbraucherschutz sehr aus gewogen und wird selbst von den Politikern als gelungener Wurf bezeichnet“, schickt Frau John als Fazit der ersten „Praktikums stunde“ hinterher. Mittlerweile ist es halb zehn und es wird Zeit für die Praxis. Über das System wird ein Fahrer zur Zentrale bestellt. Frau Tillmann will ihn für eine Stunde bei seiner Arbeit begleiten. Das ist das Stichwort für das seit 8 Uhr ebenfalls anwesende Fernsehteam des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), um Kamera und Mikrofon auf der Straße zu positionieren. Im Rahmen eines Kurzporträts über die Thüringer Bundestagskandidaten wird der MDR auch Antje Tillmann vorstellen. Da bietet sich diese Taxi sequenz natürlich an. Gefilmt wurde die Begrüßung des Fahrers Stefan Wagner, anschließend ist in Windeseile sowohl im Wageninnern als auch auf dem Dach des Taxis eine Kamera installiert. Dann geht es in das Zentrum von Erfurt, wo sich der Fahrer als frei in das Vermittlungssystem einbucht. Es dauert gute 30 Minuten, ehe sich Wagner und Tillmann auf den Weg zum ersten Kunden machen. Ein Wettbüro hatte bestellt, doch dessen Kunde wollte in ein Taxi mit politischer und medialer Begleitung nicht einsteigen. Ein Satz mit X, aber schnell war ein zweiter Kollege zur Stelle, um den Auftrag zu übernehmen. Währenddessen bekam das Taxi mit Frau Tillmann an Bord den Auftrag einer hochbetagten Dame mit Rollator. Sie ließ sich weder von den Kameras noch von der mitfahrenden Politikerin aus der Ruhe bringen. „Ich muss zum ersten Haus nach der Brücke, wenn man die Straße hier einfach entlangfährt.“ FOTOS: Taxi Times 14 JULI / 2017 TAXI

ERFURT Teil zwei des „Praktikums“: Antje Tillmann (Mitte) und Michaela John begleiten Stefan Wagner während seiner Taxischicht. Michaela John war an diesem Tag auch eine gefragte Interviewpartnerin des MDR-Fernsehens. Der Straßenname fällt der Dame nicht ein, was für Mietwagenfahrer ohne Straßen kunde die Bedienung des Navigations geräts deutlich erschwert hätte. Stefan Wagner dagegen hat ausreichend Ortskenntnis und weiß, welche Brücke gemeint ist. Auch der Hauseingang zur Arztpraxis ist schnell gefunden. Rund 45 Minuten nach der Ankunft am Halteplatz war die erste Fahrt beendet. Umsatz: neun Euro inklusive Trinkgeld. „Bei dieser Auslastung fällt es schwer, den Mindestlohn zu bezahlen“, erläutert Michaela John wenig später, als man sich wieder im Büro trifft. Erst recht nicht, wenn man nach zwei Unfällen und einem Motorschaden nicht eingeplante Kosten von 10 000 Euro hat, ergänzte ihr Bruder Daniel Schwuchow. Beide sind vor einigen Jahren in das Unternehmen eingestiegen, das vom Vater Wolfgang Schwuchow aufgebaut wurde. Der Sohn betreibt selbst noch einen Taxi betrieb. Antje Tillmann sieht sich durch diese Aussagen darin bestätigt, vor läufig nicht Rege lungen der parallel zum Kassen gesetz beschlos senen Kassensicherungsverordnung aufgenommen zu haben. „Ein so fortiges Erstrecken des Anwendungsbereichs der neuen Regeln auf Taxameter hätte ein Austauschen der meisten Taxameter bedeu tet. Insbeson dere hätten sie mit einem Drucker nachgerüs tet werden müssen, da der Kunde einen Beleg verlangen kann“, erläutert Tillmann die politischen Absich ten und betont dabei auch, dass sich in puncto steuerlicher Aufzeichnungs pflichten dadurch nichts geändert habe. Eine von Schwuchow angesprochene staatliche Förderung nach dem Vorbild des Hamburger Modells liege im Ermessen der Länder, klärte Frau Tillmann auf. Sie bot an, einen runden Tisch mit Teilnehmern aus dem Taxigewerbe, der Landespolitik und den Verwaltungen zu organisieren, um die Erweiterungen in der Kassensicherungsverordnung im Einvernehmen mit den Unternehmen auf den Weg zu bringen. Anschließend lässt sie sich zum Abschluss ein Taxi für die Fahrt in ihr Erfurter Bürgerbüro rufen. Dabei wünscht sie sich ganz explizit Stefan Wagner, weil der „so nett war“. Es scheint, als hätte Antje Tillmann aus ihrem „Praktikum“ nicht nur eine Menge Eindrücke gewonnen, sondern auch einen neuen Stamm fahrer. jh KASSENGESETZ BALD AUCH FÜR TAXAMETER – UND FÜR WEGSTRECKENZÄHLER Als finanzpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist die Bundestagsabgeordnete Antje Tillmann in die Überlegungen zum Kassengesetz eng eingebunden. Sie wies während ihres Besuchs in der Erfurter Taxizentrale auf eine „Protokollerklärung des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) zum Anwendungsbereich der Kassensicherungsverordnung“ hin. Darin sagt das BMF zu, noch in diesem Jahr in enger Abstimmung mit den Ländern und Unternehmern die Verordnung mit dem Ziel zu ergänzen, den Anwendungsbereich auf betrugsanfällige kassenähnliche System auszudehnen und dabei die Technologieoffenheit zu bewahren. Auch die Politik wird dieses Thema weiter verfolgen. Tillmann: „Wir müssen sicherstellen, dass wir mit der Auf nahme der Taxameter nicht zusätzliche Ausweichmöglichkeiten erzeugen: So könnten vermehrt Mietwagen ohne Taxameter zum Einsatz kommen, in denen dann der Wegstreckenzähler manipuliert werden kann. Der Anwendungsbereich muss sich dann auch auf Wegstreckenzähler erstrecken.“ Taxizentrum Köln Paul Bauer Ing. GmbH & Co. KG Frankfurter Str. 130 51065 Köln-Mülheim IN KÜRZE BEI OPEL BAUER VERFÜGBAR Kai Rosselnbruch Tel 0221 69997-19 Mobil 0177 4863888 k.rosselnbruch@opelbauer.de DER NEUE INSIGNIA ZU ATTRAKTIVEN KONDITIONEN EINSTEIGEN UND LOSFAHREN.

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