Aufrufe
vor 3 Jahren

Taxi Times DACH - Mai 2017

  • Text
  • Taxis
  • Uber
  • Karlsruhe
  • Taxifahrer
  • Mietwagen
  • Berlin
  • Taxigewerbe
  • Zentralen
  • Stadt
  • Berliner

TAXI INTERNATIONAL

TAXI INTERNATIONAL ERFOLG AUF MALLORCA, WARTEN AUF LUXEMBURGER UBER-STATEMENT In Spanien haben die mallorquinischen Taxifahrer durch Beharrlichkeit gegen die Inselregierung einschneidende Maßnahmen abfedern können. Beim Uber-Verbot wartet man dagegen weiterhin auf eine Entscheidung der EU. Auf Mallorca soll die Mobilität verbessert werden. Fünf neue Buslinien sollten den Flughafen mit den Touristikzentren an der Küste verbinden. Die Taxifahrer auf Mallorca befürchteten massive Umsatzeinbußen und protestierten gegen diese Pläne. Sie streikten an verschiedenen Tagen und drohten mit einem Komplettstreik während der Ostertage. Dieses letzte Mittel wurde letztendlich nicht nötig, weil man sich nach Gesprächen mit der Politik auf einen Kompromiss einigen konnte. Jetzt sollen nur drei der geplanten fünf Linien wie geplant eingerichtet werden. Auch ein direkter Schnellbus wird nicht realisiert. Zusätzlich konnten die Taxifahrer aushandeln, dass der Fahrplan ausgedünnt wird und die Busse nicht so häufig verkehren wie zunächst geplant. Auf Druck der Taxifahrer werden auch die Busfahrpreise ein wenig nach oben korrigiert. Um den Schutz der heimischen Taxibranche geht es auch in Spaniens Großstädten. In Barcelona klagte der spanische Taxiverband Asociación Profesional Elite Taxi gegen Uber. Das DAS AUS FÜR UBER IN ITALIEN Wenn Uber gegen das Verbot verstößt, wird’s teuer. Seit Anfang April ist Uber nun auch in Italien verboten. Zu dieser Entscheidung kam ein Gericht in Rom. Innerhalb von zehn Tagen musste Uber seine gesamten per Apps angebotenen Dienste einstellen. Sonst drohte eine Geldstrafe von 10.600 Euro pro Tag. Das Gericht will mit diesem Urteil Uber aus ganz Italien verbannen. Der Vorwurf: unlauterer Wettbewerb. Die Protestwelle gegen die Ride-hailing-App war groß, im Februar kam es zu einem sechstägigen Streik der Taxifahrer. Der Widerstand der italienischen Taxibranche sorgte international für Schlagzeilen. Uber will das verhängte Urteil nicht hinnehmen und reichte Berufung Die Richter des Europäischen Gerichtshofs beschäftigen sich seit Monaten mit der Frage, ob Uber als Internetplattform und reiner Vermittler oder als Betreiber eines Transportservices eingestuft wird. Gericht gab den Fall jedoch an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) mit Sitz in Luxemburg weiter. Von dort sollte nach monatelangen Verhandlungen am 6. April eine wegweisende Einschätzung des Generalanwalts verkündet werden, der die Richter in den meisten Fällen auch folgen. Das Plädoyer wurde allerdings auf den 11. Mai verschoben. Ein endgültiges Urteil wird dann weitere drei bis sechs Monate dauern. Das EuGH-Urteil hat für ganz Europa einen hohen Stellenwert. Es geht um die Frage, ob Uber als Internetplattform und reiner Vermittler oder als Betreiber eines Transportservices eingestuft wird. Davon hängt ab, wie streng die Regeln sind, denen sich die Amerikaner in Europa beugen müssen. ein. Die Rechtsprechung berufe sich auf ein Gesetz vor 25 Jahren, wo es schließlich die von Uber angebotenen Dienstleistungen noch nicht gegeben habe. Auch die Konsumentenschutzorganisation CODACONS ist mit dem Urteil nicht einverstanden. Italien kehre ins Mittelalter zurück, kritisierte CODACONS laut einem Bericht von „La Repubblica“. Ein Blick in die Taxiwelt Streikerfolge, Warten auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs, Uber als Anruf-Sammeltaxi und die luxemburgische Ein-Marken- Strategie. International gibt es spannende Taxi-Entwicklungen. Von Jürgen Hartmann FOTOS: Gerichtshof der europäischen Union, Fotolia / Gina Sanders, GRAFIKEN: Raufeld Medien 30 MAI / 2017 TAXI

TAXI INTERNATIONAL UBER WIRD IN KANADA STAATLICH GEFÖRDERT Im Vergleich zu Europa sind Nordamerika und Kanada in Sachen öffentlicher Personenverkehr in Kleinstädten noch wahre Entwicklungsländer. Was sich allerdings in der kanadischen Stadt Innisfil anbahnt, erinnert sehr an die europäischen Anruf-Sammeltaxi-Lösungen. Nur mit dem Unterschied, dass in Übersee keine Taxis die Busse ersetzen, sondern Uber-Fahrzeuge. Innisfil ist laut Golem.de die erste Stadt in Kanada, die eine solche Partnerschaft mit Uber abschließt. Gestartet wurde der Dienst für die rund 36.000 Einwohner der kanadischen Kleinstadt am 1. Mai. Eine Fahrt soll 3 bis 5 kanadische Dollar kosten. Das sind umgerechnet 2,10 bis 3,50 Euro. Gerufen werden die Uber-Fahrzeuge per Smartphone-App, die Abrechnung erfolgt per Kreditkarte. Damit auch Bürger ohne Smartphone eine Fahrt bestellen können, wird Uber an mehreren Stellen in der Stadt iPads installieren. In einer ersten Testphase will die Stadt die Bestelldaten genau auswerten, um die Fahrgewohnheiten der Nutzer kennenzulernen. Damit wolle man sicherstellen, dass das Angebot passt und effektiv ist.Es könnte auch sein, dass danach bei Bedarf Strecken und Tarife angepasst würden. Die Stadt fördert das Projekt in der ersten Phase mit 100.000 kanadischen Dollar, knapp 70.000 Euro, in der zweiten mit 120.000 kanadischen Dollar, knapp 84.000 Euro. Das sei deutlich günstiger, als Buslinien einzurichten, sagt der Stadtrat: Einen Bus einzusetzen, würde demnach pro Jahr 270.000 kanadische Dollar, etwa 190.000 Euro kosten, zwei Busse 610.000 kanadische Dollar, rund 427.000 Euro. EINE TAXI-APP IN FÜNF SPRACHEN Die beiden Luxemburger Unternehmen Voyages Emile Weber und Benelux Taxis haben Mitte Februar in Anwesenheit des luxemburgischen Ministers für Entwicklung und Infrastruktur einige Neuerungen ihrer Taxidienstleistung „Webtaxi“ vorgestellt. Zu den Änderungen zählen beispielsweise die Einführung eines Fahrtenberechnungssystems, das die Verkehrssituation berücksichtigt. Dadurch werden Abend- und Nachtfahrten billiger. Das Unternehmen will gegenüber den Kunden mit einer auf Transparenz ausgerichteten Preispolitik punkten. Schon bei der Bestellung wird der genaue Preis mitgeteilt. B2B-Kunden können darüber hinaus auf ein Abonnement zurückgreifen. Ganz neu wurde bei Webtaxi eine App entwickelt, über die neben der üblichen Bestellfunktion auch points of interest abgerufen werden können. Für Reisende, die per Flugzeug oder Bahn in Luxemburg ankommen, sieht der Landung bestellt wurde, eine Viertelstunde lang auf seinen Kunden, unabhängig davon, ob der Flug pünktlich war oder Verspätung hatte. Mit diesem Service werden dem Kunden im Fall einer Verspätung keine Kosten für die Wartezeit berechnet. Die App steht in fünf Sprachen zur Verfügung. Die Webtaxi-Flotte hält Großraumfahrzeuge, Limousinen, Hybrid- und Elektromodelle bereit. FOTO: Webtaxi das System ein Feld für die Eingabe der Flug- oder Zugnummer und der Wartezeit des Taxis vor, sodass diese gegebenenfalls an die tatsächliche Ankunftszeit des Kunden angepasst werden kann. So wartet ein Taxi, das für 15 Minuten nach In der Kommunikation nach außen soll künftig nur noch der Name Webtaxi verwendet werden, der die bisherigen vier Dienstleistungen Webtaxi, ProCab, Benelux Taxis und Intertaxis zu einer Marke vereint. Die Handelsmarken Benelux Taxis und Intertaxis verschwinden, selbst wenn sie als eigenständige Unternehmen weiterhin existieren. In der Webtaxi-Flotte werden neben Mercedes E-Taxis und Vitos auch Hybrid- und Elektrofahrzeuge angeboten. TAXI MAI / 2017 31

TaxiTimes D-A-CH