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Taxi Times DACH - März 2017

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HAMBURG Digital

HAMBURG Digital aufgespielte Werbung ist auch für regionale Werbekunden interessant. Der Taxibranche erschließt sich dadurch ein neuer Kundenkreis. ALLE SECHS SEKUNDEN EIN NEUES WERBEMOTIV Seit Januar fahren in Hamburg die ersten Taxis mit digitaler Dachwerbung. Taxiunternehmer können damit bis zu 500 Euro pro Monat verdienen. Noch aber gibt es einige Hürden. Die Digitalisierung steigt nun auch den Taxis aufs Dach. Seit Mitte Januar fahren in der Hansestadt per Sondergenehmigung Taxis mit Dachwerbeträgern, auf denen alle sechs Sekunden ein neues Werbemotiv aufgespielt wird. Betreiber ist das auf Taxiwerbung spezialisierte Unternehmen TAXi-AD, das seit der Jahrtausendwende im Taxigewerbe mit Dachwerbeträgern aktiv ist und seitdem mit den immer gleichen Vorbehalten kämpfen muss. Auf politischer Ebene, weil Genehmigungen für beleuchtete Dachträger trotz erfolgreicher Pilotphasen in Stuttgart, Karlsruhe und Dresden und trotz des wiederholten Nachweises, dass keine Verkehrsgefährdung droht, in den meisten Bundesländern immer noch nicht erteilt werden. Auf rechtlicher Ebene, weil die Montage des Dachträgers nur per Ausnahmegenehmigung möglich ist. Auf gewerbepolitischer Ebene, weil der Bundesverband BZP laut einem vor Jahren gefällten Mitgliederbeschluss diese Werbeform seinen Mitgliedern nicht empfiehlt. Zu all dem kommen die seit Jahren polarisierenden Meinungen aus der Unternehmerschaft. Etwa 1 000 Taxis sind bundesweit seit Jahren dabei. Deren Besitzer freuen sich über Zusatzeinnahmen. Es gibt aber auch viele, die den Dachträger ablehnen. Dabei reicht die Palette von der rein emotionalen Ablehnung („Ich fahr doch keine Werbetonne“) über Komfortbedenken („unangenehme Windgeräusche“) bis hin zu scheinbar wirtschaftlichen Nachteilen („Mein »Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Unternehmer im ländlichen Bereich mit zwei bis drei Fahrzeugen mitmacht.« Falk Röbbelen, TAXi-AD Spritverbrauch steigt“). Letzteres ist wissenschaftlich längst widerlegt, in den Köpfen der Dachwerbegegner aber weiterhin fest verankert. Bei der nun vorgestellten digitalisierten Variante der Taxi-Dachwerbung könnten TAXi-AD-Geschäftsführer Falk Röbbelen und sein Team auf ähnliche Hürden stoßen. Und doch spricht einiges dafür, dass man sie diesmal leichter aus dem Weg räumen könnte. Denn was von außen weiterhin wie ein Dachwerbeträger aussieht, hat mit dem bisherigen analogen Modell nicht mehr viel gemeinsam. Die Werbemotive werden beispielsweise über einen zentralen Server aufgespielt. Der Druck von Werbeplakaten, die bei den aktuellen Dachwerbungen vom Unternehmer händisch eingelegt werden müssen und die deshalb eine Mindestlaufzeit von einer Woche haben, entfällt damit. Das spart Produktionskosten und Zeitaufwand und eröffnet darüber hinaus diese Werbeform für eine breiter gestreute Zielgruppe potenzieller Werbekunden. „Bisher war Taxiwerbung etwas für Markenkunden“, erläutert TAXi-AD Geschäftsführer Falk Röbbelen gegenüber Taxi Times die Vorteile. „Jetzt können wir auch lokale Kunden ansprechen.“ Geschäfte beispielsweise, die nur in ihrem Viertel werben wollen. Sie bekommen für monatlich 99 Euro 200 Einblendungen à sechs Sekunden pro Tag. Ihr Werbemotiv erscheint immer nur dann auf den Taxis, solange die sich im vom Kunden definierten Bereich bewegen, sei es als FOTO: TAXi-AD 8 MÄRZ / 2017 TAXI

HAMBURG FOTO: TAXi-AD Postleitzahl, als Radius oder beliebige geometrische Form auf dem Stadtplan. Die Werbeeinblendung eines Friseurs beispielsweise erscheint genau auf den Taxis, die sich in der Nähe des Ladens befinden. Zusätzlich zu den geografischen Spezifizierungen lassen sich auch noch zeitliche oder witterungsbedingte Vorgaben definieren. „Sobald es zu regnen beginnt, könnten wir minutengenau die Werbung eines Ladens für Regenschirme in der Nähe einspielen“, sagt Röbbelen. „Eine Eisdiele kündigt nur dann seine Eissorten an, wenn es mehr als 25 Grad hat.“ TAXi-AD hat in die Entwicklung dieser Technik eine halbe Million Euro investiert. Die vorne und hinten mit einem Magnet befestigten Dachzeichen sind durch zwei zur Seite abstrahlende Bildschirme verbunden, die bei Bedarf – wenn das Taxi beispielsweise in die Waschanlage gefahren wird – eingeklappt werden können. 2 000 DACHWERBETRÄGER FÜR DEUTSCHLAND Röbbelen plant, in Hamburg bis zu 150 Taxis und in ganz Deutschland bis zu 2 000 Taxis mit den digitalisierten Dachwerbeträgern auszustatten. An den Werbeeinnahmen werden die Taxiunternehmer nach einem genau definierten Schlüssel beteiligt. „Schon wenn das Display zu ca. 50 Prozent mit Fremdwerbung ausgelastet ist, erhält der Taxibetrieb 500 Euro“, rechnet Röbbelen vor. „Und durch die Regionalisierung können wir unsere digitalisierten Dach-Displays jetzt auch überall in Deutschland einsetzen und nicht nur in den für Agenturen relevanten Großstädten. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Unternehmer im ländlichen Bereich mit zwei bis drei Fahrzeugen mitmacht. Entscheidend ist, ob wir den Vertrieb in einem beliebigen Ort organisiert bekommen und ob wir eine Genehmigung erhalten. Um Letzteres zu ermöglichen, müssen aber erst noch andere Bundesländer dem Beispiel Hamburgs folgen und die Dachwerbung erlauben. In Hamburg hat TAXi-AD seinen Heimvorteil genutzt und die notwendige politische Unterstützung erhalten. Zum Startschuss waren der Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Dr. Rolf Bösinger, und der Bürgerschaftsabgeordnete und wirtschaftspolitische Sprecher der SPD Fraktion, Hansjörg Schmidt, vor Ort. Digitalen Lösungen versperrt sich kaum ein Politiker. Wohl aber Gesetzeshüter und Bewahrer der Verkehrssicherheit, die durch Werbemotive auf Fahrzeugen, auch wenn sie nur seitlich abstrahlen, eine Ablenkung der anderen Verkehrsteilnehmer befürchten. Das Pilotprojekt wird deshalb während der nächsten Wochen vom Lichttechnischen Institut begutachtet. In aufwendigen Verfahren werden die Karlsruher Experten testen, ob und wie lange eine Ablenkung durch die digitalen Werbebotschaften gemessen wird. Per Pad und mit medialer Begleitung aktivierte Falk Röbbelen die ersten digitalen Werbemotive in den Dachträgern. Sofern keine Beeinträchtigung der Sicherheit im Straßenverkehr nachgewiesen wird, könnten entweder die einzelnen Bundesländer oder gleich das Bundesverkehrsministerium grünes Licht geben. Röbbelen ist diesbezüglich mit den Ministerien in Kontakt, würde sich aber auch eine offensivere Unterstützung durch den Taxiverband BZP wünschen. Der hat immerhin bei seiner letzten Versammlung den damaligen Beschluss aufgehoben. Er vertritt jetzt eine neutrale Position, „da die letztendliche Entscheidung sowieso der Unternehmer oder die kooperierenden Taxizentralen treffen“, so BZP-Präsident Michael Müller. Zu den Unterstützern zählen viele Zentralen wie beispielsweise Hansa-Funk, Taxi Berlin, Taxi Frankfurt oder auch IsarFunk. Eine Zusammenarbeit, die sich künftig noch mehr lohnen könnte: „Im Idealfall würden wir bei 2 000 Taxis mit gut gebuchten digitalen Dachwerbungen 12 Millionen Euro zusätzlichen Jahresumsatz für die Taxiunternehmen generieren“, wirbt der Werbefachmann um eine hohe Akzeptanz. Speziell für Taxizentralen eröffnen sich darüber hinaus noch weitere indirekte Vorteile. Da auch die digitale Dachwerbung nicht zu 100 Prozent ausgelastet sein wird, könnten die Telefonnummer bzw. App der eigenen Taxizentrale eingeblendet werden. Oder man vergibt im Gegengeschäft die Werbefläche an Tageszeitungen, regionale Fernsehsender oder Radiostationen, von denen man wiederum im Gegenwert ansonsten unbezahlbare Anzeigenflächen bzw. Werbesekunden bekommt. „Viele Vorstände von Taxiverbänden und Zentralen haben das bereits verstanden“, sagt Röbbelen. Der Werbespezialist schlägt selber kräftig die Werbetrommel, verbunden mit der Hoffnung, dass der Hamburger Politversuch erfolgreich verläuft und die Hürden für eine deutschlandweite Expansion bis dahin abgebaut sind. jh FMS FMS Fiskallösung www.belegdruck.taxi www.belegdruck.taxi • Automatische Datenübernahme von • • Automatische Fiskaltaxametern Datenübernahme von Fiskaltaxametern • Einzelbelegsaufzeichnung und Archivierung • • Einzelbelegsaufzeichnung der Belege und Archivierung der der Belege • Echtzeit Datenprotokoll im Webportal • Echtzeit Datenprotokoll im im Webportal • Digitale Signatur bereits vorbereitet, • • Digitale inkl. Manipulationsschutz Signatur bereits vorbereitet, inkl. 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