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Taxi Times DACH - November 2017

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ANTRIEB ANTRIEB DAS

ANTRIEB ANTRIEB DAS IMAGEPROBLEM EINES BEWÄHRTEN KRAFTSTOFFES Der international gebräuchliche Begriff Compressed Natural Gas (CNG) soll Erdgas als Kraftstoff aus der fossilen Ecke manövrieren und ihm ein neues Image geben. Dafür setzt sich der CNG-Club e. V. ein. Der mit Sitz in München gegründete gemeinnützige CNG-Club e. V. hat sich zum Ziel gesetzt, Erdgas als Kraftstoff in der Politik wieder salonfähig zu machen. Der Verein prägt dabei CNG als neue Begrifflichkeit. CNG soll als preisgünstige und umweltfreundliche Alternative zu Benzin und Diesel wieder ins öffentliche Bewusstsein treten. CNG-Autos haben sich seit Jahrzehnten bewährt. Unter den gebräuchlichen Verbrennern sind sie mit Abstand die saubersten. In Sachen Reichweite und Tank infrastruktur stehen sie besser da als die E-Mobile. Über ihre gesamte Nutzungs - periode gerechnet (Total Cost of Ownership/TCO) sind sie wirtschaftlicher als alle anderen Fahrzeuge. GUTER KLANG BEI KRAFTWERKEN Die Bemühungen um die Verringerung des CO₂-Ausstoßes haben dazu geführt, dass Erdgas lediglich als Brennstoff für Gebäude heizungen und als Kraftwerk zur Stromerzeu gung einen guten Klang hat. Die Umstellung von Kohle und Öl auf Erdgas gilt hier sogar als Fortschritt. Als Kraftstoff hingegen ist Erdgas im Rahmen der Elektromobilitäts förderung in Misskredit geraten – obwohl ein mit CNG betriebenes Fahrzeug deutlich geringere Schadstoffmengen ausstößt als vergleich bare Fahrzeuge, die mit fossilen Kraftstoffen – sprich: Diesel und Benzin – angetrieben werden. Für die Politik spielt CNG als „sauberer Kraftstoff“ derzeit keine Rolle, denn als Garant für die emissionsfreie Mobilität setzt sie lieber auf den Elektroantrieb. An zwei Punkten hinkt diese Argumentation jedoch. Was oft nicht gesehen wird: Erstens ist die Schadstoffbilanz von Elektroautos wirklich nur dann gleich null, wenn der Strom ausschließlich aus nachhaltigen Quellen stammt. Zweitens kann Erdgas auch synthetisch und nachhaltig herge stellt werden. Denn der wesentliche Anteil, um den es beim Erdgas geht, ist chemisch gesehen Methan. So ist beispielsweise Biogasbfall nichts anderes als nachhaltig produziertes Methangas. Methan lässt sich auch relativ leicht durch den Einsatz von elektrischem Strom erzeugen. In der Power-to-Gas-Technologie wird nachhaltig produzierter Strom aus Wind, Wasser oder Sonne dann für die Herstellung von CNG genutzt, wenn der Strom keine anderweitige Verwendung findet. WEITREICHENDES ERDGASNETZ Nutzt man diesen überschüssigen Strom, um Methan zu erzeugen (Power to Gas), hätte man einen Energieträger, der leicht zu lagern und in einer bestehenden In frastruktur ohne teure Stromtrassen und Akkus transportierbar wäre. Das Erdgasnetz reicht jetzt schon fast überall hin. Man tankt jetzt CNG, nicht mehr Erdgas. Um Methan von dem zweifelhaften Ruf seiner fossilen Herkunft zu befreien, sollte man daher nicht mehr von Erdgas sprechen, sondern von der korrekten und interna tionalen Kraftstoffbezeichnung CNG für Compressed Natural Gas. wh WARUM CNG? 1. Internationale und korrekte Bezeichnung des Methankraftstoffes 2. Erdgas steht nur für die fossilen Anteile 3. Verkehrszeichen der Vereinten Nationen 4. DIN-Norm EN 16942 ab 18.10.2018 europaweit gültig (Quelle: CNG-Club) FOTOS: CNG-Club e. V. FOTOS: Nissan / The Mobility House FOTO: Name Name ELEKTROMOBILITÄT ZU ENDE GEDACHT Trotz diverser Förderungen für E-Taxis will bei Taxiunternehmern noch keine rechte Kauflust einsetzen. Das liegt auch an den offenen Fragen bezüglich der Haltbarkeit und Lebensdauer der Batterien. Zuverlässige Erfahrungswerte aus der Praxis gibt es bislang noch nicht, denn die Herstellerangaben zur Lebenserwartung einer Batterie variieren. Als Faustformel gilt, dass Batterien nicht mehr im Fahrzeug einsetzbar sind, wenn sie nur noch über 70 bis 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität verfügen, womit sie dann auch mindestens ein Fünftel ihrer ursprünglichen Reichweite eingebüßt hätten. Beim Tesla Model S 100D mit einer 100-kWh-Batterie ist das sicherlich nicht so relevant wie bei einem Nissan Leaf der ersten Generation mit einer 24-kWh-Batterie. WIE LANGE HALTEN DIE BATTERIEN? Beim Nissan Leaf mit der größeren 30 kWh- Batterie wird eine Garantie von acht Jahren oder 160 000 Kilometern angegeben. In die sem Zeitraum kann man davon ausgehen, dass die Batterien funktionsfähig sind. Danach im Umkehrschluss nicht mehr. Einen Ausreißer bildet der chinesische Hersteller BYD mit dem Elektro-SUV e6. Sein Akku, so wird garantiert, soll für ca. 4 000 Ladezyklen gut sein, was einer • Taxi-Lösungen • Absenkfahrzeuge • Sitzumbauten rechnerischen Kilometerleistung von etwa 1,4 Millionen Kilometern entspricht. Im Einzelfall bieten Hersteller, unter anderem Opel und Mitsubishi, die Möglichkeit, einzelne Batteriezellen auszutauschen oder ganze Elemente zu überholen. Bei diesem Vorgang spricht man dann vom Refurbishing oder Remanufacturing. Zu den Kosten liegen allerdings keine genauen Angaben vor. Über einen Batterietausch bei Nissan auf dem ame rikanischen Markt kur sieren hingegen Informationen im Internet. Dort soll der Akkuwechsel ca. 5 500 Dollar kosten, wobei der Altakku mit 1 000 Dollar in Zah lung genommen wird. Für Deutschland kann Nissan keinerlei Angaben machen, da der Leaf, so Nissan Deutschland, mit der 24-kWh-Batterie als nicht relevant anzu sehen ist und die 30-kWh-Batterie ab Erst zulassung 2015 und bis 2023 von der Garantie gedeckt ist. Eine preisliche Orientierung liefert BMW mit dem i3. Dort kostet der Austausch bzw. das Upgrade auf das 94-Ah-Batteriepaket circa 7000 Euro. Zusätzlich muss die Altbatterie abgegeben werden. sg • Ein- & Ausstiegshilfen • Fahrhilfen für Aktivfahrer • Chamäleon-Modelle MobiTEC GmbH & Co. KG Robert-Bosch-Straße 6 D-88450 Berkheim Hochvoltspeicher eines Nissan Leaf. IM FUSSBALLSTADION STECKEN VIELE LEAFS Altakkus aus Elektrofahrzeugen haben nach dem Austausch noch lange nicht ausgedient. Verschiedene Hersteller gehen dazu über, die „alten“ Batterien einer neuen Aufgabe zuzuführen – dem sogenannten Second Life. Die Amsterdam ArenA (Foto) verfügt beispielsweise über eine Stromspeicheranlage, die sich aus 280 wiederaufbereiteten Akkupaketen des Nissan Leaf zusammensetzt. Das Energiespeichersys tem soll Reservestrom bereitstellen und das Stromnetz stabilisieren. Darüber hinaus sind weitere Einsatzmöglichkeiten denkbar. sg +49 83 95 / 91 00 89-0 info@mobi-tec.de www.mobi-tec.de 26 NOVEMBER / 2017 TAXI TAXI NOVEMBER / 2017 27 Mobilität ohne Grenzen!

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