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Taxi Times DACH - November 2017

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LUFTTAXIS LUFTTAXIS

LUFTTAXIS LUFTTAXIS KONKURRENZ AUS DER LUFT Fliegende Autos gehören seit vielen Jahren zu den Utopien einer fernen Zukunftswelt. Ein Kongress in Frankfurt befasste sich mit genau diesen Utopien. Sie sind viel konkreter, als man es sich vorstellen kann. Im Zusammenhang mit Science-Fiction- Filmen wie „Zurück in die Zukunft II“ und „Das fünfte Element“ stellt niemand die Existenz fliegender Taxis infrage. Ganz im Gegenteil – vielleicht gehören sie einfach zu einer utopischen Zukunft dazu. Mit einer Zukunft, in der Lufttaxis Alltag sind, hat sich die Dronemasters Mobility Conference auseinandergesetzt. Neben den verschiedenen technischen Ansätzen, welche die Entwickler von fliegenden Autos, Flugtaxis und bemannten Drohnen verfolgen, hat sich der Kongress auch intensiv mit deren Herausforderungen auseinandergesetzt. Interessanterweise liegen die Problemstellungen – trotz starker Unterschiede Im Kultfilm der 80er nur eine Fiktion, heute durchaus vorstellbar: das fliegende Taxi aus „Zurück in die Zukunft II“. bei den technischen Ansätzen – häufig sehr nah beieinander. Ein Schwerpunkt bei der Flugtaxientwicklung liegt auf deren Emissionen. Dabei geht es in erster Linie nicht um die Schadstoffemissionen der Antriebe, sondern um die Geräuschemissionen. Viele Hersteller bevorzugen aus diesem Grund den Elektroantrieb, denn er ist im Vergleich zum Verbrennungsmotor lokal emissionsfrei und deutlich leiser. Selbstverständlich muss man sich auch Gedanken über eine Infrastruktur machen. Gerade wenn Lufttaxis im städtischen Umfeld eingesetzt werden sollen, muss der Platzbedarf geklärt werden. Denn eine Art Flughafen am Stadtrand stellt das gesamte Konzept infrage. Aus diesem Grund sind die sogenannten VTOL-Fluggeräte (Vertical Takeoff and Landing) für Flüge in Ballungsräumen die beste Alternative. Mit ihrer Fähigkeit, senkrecht starten und landen zu können, kommen sie mit einer relativ geringen Grundfläche aus. In den Visionen der Hersteller sind die Fluggeräte in der Lage, ihre Passagiere von einem Hochhausdach zum anderen zu transportieren. Das Modell PAL-V Liberty vor dem Brandenburger Tor. Es fährt und fliegt. Solche schwierigen Flugmanöver setzen natürlich exzellente Flugkenntnisse voraus, die den Besitz einer Pilotenlizenz erfordern. Damit ist natürlich der Kundenkreis stark eingeschränkt, denn weltweit besitzen nur 300 000 Menschen eine Fluglizenz. Also arbeiten viele Hersteller daran, ihr Fluggerät vollautonom zu steuern. Ähnlich wie bei der Automobilindustrie fehlt für einen vollautonomen Betrieb allerdings bislang die rechtliche Grundlage. POLITISCHE UNTERSTÜTZUNG Die Problematik ist aber bereits von der Politik erkannt worden. Im Rahmen der Dronemasters Mobility Conference unterstrich die kommissarische Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries die Notwendigkeit, die Tech nologien weiterzuentwickeln. Für sie liegt die Hauptaufgabe der Politik darin, diese Weiterentwicklung mit den richtigen Ge setzen und Regularien zu unterstützen. Auch auf europäischer Ebene finden autonome Fluggeräte Unterstützung. Torsten Klimke – seines Zeichens Deputy Head of Unit MOVE/B3, Innovation and Research bei der Europäischen Kommission – stellt FOTOS: PAL-V, Taxi Times klar, dass die Europäische Kommission diese neuen Technologien proaktiv unterstützt und vor allem dabei helfen möchte, sie europaweit zu etablieren. Wie einfach diese Gesetze umzusetzen sind, dass wird die Zukunft zeigen. Denn die technischen Ansätze der Konstruktionen sind zum Teil höchst unterschiedlich. Die Braunschweiger Carplane GmbH beispielsweise verfolgt ein Konzept, wel ches der klassischen Vorstellung eines Flug autos sehr nahekommt. Der Carplane ist ein Auto, welches sich binnen 15 Sekunden in ein Flugzeug verwandelt. Voraussetzung, um den Carplane auf der Straße zu steuern, ist ein Autoführerschein. Und für den Flug benötigt man eine gültige Fluglizenz. AUSLIEFERUNG SCHON ENDE 2018 PAL-V aus dem niederländischen Raamsdonksveer verfolgt ein vergleichbares Konzept, wie es schon vor fast 100 Jahren in Form des Autogyros Pitcairn PCA-2 vorlag. Das PAL-V (Personal Air and Land Vehicle) ist ein Zwitter aus einem motorisierten Dreirad und einem Gyrocopter. Das Fahrzeug geht mit Hilfe einer vom Fahrtwind angetriebenen Tragschraube in die Luft, und ein klassischer Propeller sorgt für den Vortrieb. Die Spitzengeschwindigkeit auf dem Land und in der Luft beträgt jeweils 180 km/h. Ende 2018/Anfang 2019 sollen die ersten PAL-V an die Kunden ausgeliefert werden. Andere Konzepte wiederum setzen vermehrt auf die VTOL-Fähigkeit – also die Fähigkeit, senkrecht zu starten und zu lan den. Bei der Dronemasters Mobility Conference waren Vertreter von Neva Aerospace und Volocopter anwesend. Das in Brighton ansässige Unternehmen Neva Aerospace arbeitet an elektrischen Antrieben, ist aber auch im Bereich unbemannter Drohnen, unbemannter Luftfracht und Roboterplattformen tätig. Letztere sollen für Arbeiten in der Luft – quasi als Kranersatz – eingesetzt werden. Neva Aerospace ist ein europäisches Konsortium und Inhaber vieler Patente und Technologien. Ihr Konzept einer bemannten Drohne soll mit einem elektrischen Jetantrieb ausgestattet sein, welcher wiederum extrem effizient, leise und vor allem schnell sein soll. Die deutsche Volocopter GmbH ist bereits einen Schritt weitergegangen und hat in den vergangenen Wochen mit Schlagzeilen auf sich aufmerksam gemacht. Der Volocopter 2X hat seinen ersten autonomen Flug in Dubai hinter sich gebracht. Lang fristig gesehen soll die Drohne, die von 18 elektrisch betriebenen Propellern getragen wird, zur autonomen Personenbeförderung eingesetzt werden. Unterstützt wird das in Bruchsal ansässige Unternehmen unter anderem vom Investor Daimler und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Föderation gilt als Vorreiter in Sachen autonomer Personenbeförderung und will bis 2030 ein Viertel ihres Verkehrs auf autonomen Transport umstellen. DIE KONTROLLE DES LUFTRAUMS Die verschiedenen Ansätze zeigen, dass mit Hochdruck an den Technologien gearbeitet wird. Momentan liegt für die meisten Projekte die größte Herausforderung darin, im Rahmen der gegebenen Gesetze zu arbeiten. Ähnlich wie im automobilen Bereich stößt beispielsweise der autonome Betrieb an die Grenzen der Gesetzgebung. Tests, wie sie derzeit in Dubai stattfinden, sind bislang in Europa noch undenkbar. Trotzdem ist es offenbar nur eine Frage der Zeit, wann die ersten Drohnen auch zur Personenbeförderung eingesetzt werden können. Aber es gibt noch weitere Faktoren, die beachtet werden müssen. Neben der Frage, wo der Strom für die vielen unbemannten Drohnen herkommen soll, machen sich auch schon viele Firmen Gedanken darüber, wie man die Vielzahl der verschiedenen Flugobjekte im unteren Luftraum kontrollieren und steuern HALE Datendienste 2.0 Unternehmensdaten fiskaltauglich aufbewahren? Pausen und Arbeitszeit dokumentieren? Professionelle Fahrerabrechnung? Dann wählen Sie Ihre passende Lösung aus den HALE Datendiensten. Verwalten Sie drei Generationen von HALE Taxametern und Wegstreckenzählern mit einer Software-Lösung. Taxi der Lüfte: Der Volocopter 2X wurde auf der IAA vorgestellt. soll. Daniel Rubio von der in Santa Monica und Berlin ansässigen Firma AirMap skizzierte dazu folgendes Szenario. Sollte der untere Luft raum vermehrt für Drohnen oder Luft taxis genutzt werden, müssen viele Dinge parallel betrachtet werden. Die Luftfahrzeuge müssen wissen, wo sie fliegen dürfen. Menschenansammlungen, Kindergärten, Schulen werden beispielsweise als Flugverbotszonen gekennzeichnet. Solche Informationen dienen als Datengrundlage für jeden Flug und müssen permanent aktualisiert werden. Diese Technologie aus dem Bereich der Telematik nennt sich Geofencing und unterteilt den Luftraum in Sperrzonen und Flugzonen. u online Die Zukunft im Taxi. HALE INSIKA® HALE Operations HALE electronic GmbH A-5020 Salzburg | vertrieb-d@hale.at www.fiskaltaxameter.expert | www.hale.at 6 NOVEMBER / 2017 TAXI TAXI NOVEMBER / 2017 7

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