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Taxi Times DACH - November/Dezember 2019

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ELEKTRISCH EIN TAXI FÜR

ELEKTRISCH EIN TAXI FÜR ALLE FÄLLE Die Erwartungen an die britische Ikone sind hoch, denn das London Taxi ist von Grund auf für die Personenbeförderung konstruiert worden. Vier Türen, sieben Sitze und eine Rollstuhlrampe serienmäßig. Das neue London Taxi hört auf den Namen TX und kommt im klassischen Schwarz der Londoner „Black Cabs“ daher. Britischer geht es fast nicht. Schon auf den ersten Testkilometern sorgt der Wagen für Aufsehen. Sei es der Tesla-Model-X-Fahrer, dem an der Ampel der Kiefer runterklappt, oder der Taxler, der im besten Englisch Details des Autos erfragt, oder einfach nur die Passanten auf der Straße. Speziell bei Nacht ist der TX, seiner außergewöhnlichen Lichtsignatur geschuldet, ein echter Hingucker. Neben der Optik ist natürlich auch die Technik ein Highlight, denn der TX ist ein E-Taxi, dessen Batterie sowohl extern als auch über einen sogenannten Range Extender, zu Deutsch „Reichweitenverlängerer“, geladen werden kann. Für Vortrieb sorgt eine 150 PS starke E-Maschine. Dank des für einen E-Motor typischen Drehmoments kann die Beschleunigung des TX als durchaus zügig bezeichnet werden. Allerdings hat diese Kraft auch ihre Grenzen, denn der TX ist auf eine Höchstgeschwindigkeit von circa 130 km/h limitiert. Kraft schöpft der E-Motor aus einer 31-kWh-Lithium-Ionen- Batterie. Der Range Extender ist ein 60 kW starker, 1,5 Liter großer Dreizylinder Benziner. Er schaltet sich nur bei Bedarf zu. Dadurch wird die rein elektrische Reichweite von 136 Kilometern auf eine kombinierte Reichweite von 510 Kilometern erweitert (Werksangabe nach WLTP). Mit dem TX sind also auch spontane Fahrten über größere Entfernungen ohne Weiteres denkbar, allerdings kann er wegen des Verbrennungsmotors bislang von keiner E-Taxi-Förderung profitieren. FAST WIE IM ÖPNV Der Fahrgastraum gleicht in seiner Geräumigkeit eher einem Bus als einem klassischen Pkw. Ein Eindruck, den die gut sichtbaren Haltegriffe in Signalfarbe (wichtig für Menschen mit Sehbehinderungen), die Haptik der Sitze und das optionale Glasdach zusätzlich verstärken. Im TX können bis zu sechs Fahrgäste befördert werden, die dank der großen Türen zügig ein- und aussteigen können. Allerdings erfordert der TX von seinen Fahrgästen auch ein Umdenken. Seien es die gegenläufig angeschlagenen Türen oder auch die gegenüberliegenden, in Konferenzbestuhlung angeordneten Sitze. Drei davon sind, um Platz zu sparen, als Klappsitze ausgeführt. Für Fahrgäste, die regelmäßig mit Bus oder Bahn unterwegs sind, sicher kein Problem. Wer eine klassische Taxifahrt erwartet hat, muss sich daran erst einmal gewöhnen. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Gepäckraum, der über die Beifahrertür zugänglich ist und sich an der Stelle des Beifahrersitzes befindet, den es für Geld und gute Worte nicht gibt. In Großbritannien gehört das zum Alltag und mit dem relativ bescheidenen Volumen von 440 Litern kann man sich leicht arrangieren. Schließlich könnten, falls das Urlaubsgepäck doch zu viel Platz beansprucht, weitere Gepäckstücke zusätzlich unter den Klappsitzen im Fond verstaut werden. Ausstattungsmäßig kommt „unser“ TX in der komplett ausgestatteten Vista-Comfort-Plus-Version daher, welche nur noch ein wichtiges Extra, nämlich die 22-kW- Wechselstrom-Lademöglichkeit, offenlässt. Der Fahrerplatz wirkt auf den ersten Blick recht beengt. Tatsächlich ist die Sitzposition aufrecht aber bequem. Der elektrisch verstellbare Sitz ist als Option unbedingt empfehlenswert. Die Trennwand, die den Fahrer vor Übergriffen schützen soll, ist für den deutschen Taxler sicher ungewohnt FOTOS: Taxi Times 22 NOVEMBER / DEZEMBER / 2019 TAXI

ELEKTRISCH Der Arbeitsplatz: Der elektrische Fahrersitz bietet einen angenehmen Komfort. Leider ist die Kopfstütze nicht verstellbar. Alle gängigen Ladeanschlüsse sind vorhanden und gut erreichbar in der Fahrzeugfront verbaut. Trittstufe und Schwenksitz vervollständigen die Ausstattung. und beeinträchtigt auch den Blick durch den Rückspiegel nach hinten. Nicht jeder deutsche Taxifahrer wird die Trennung von seinem Fahrgast gutheißen. INKLUSION IST MEHR ALS ROLLSTUHLTRANSPORT LEVC hat das bereits erkannt und denkt über die Option nach, den TX auf Wunsch auch ohne den durchsichtigen Teil der Trennwand auszuliefern. Trotz Trennwand kann aber der Kontakt zu den Kunden gehalten werden. Über eine integrierte Lautsprecheranlage, die in unserem Fahrzeug leider mit Störgeräuschen zu kämpfen hatte, können Fahrer und Fahrgast sich in normaler Lautstärke unterhalten. Ein besonderer Clou: Fahrgäste, die über ein entsprechendes Hörgerät verfügen, bekommen über eine integrierte T-Spule die Stimme des Fahrers direkt ins Ohr gesendet. Sowieso erleichtert der TX Menschen mit Behinderungen die Fahrt. So sind an der im Fond verstellbaren Lüftung alle wichtigen Funktionen auch mit Blindenschrift (Braille) vermerkt. Alle wichtigen Bereiche im Fahrgastraum sind zudem mit Kontrastfarben hervorgehoben. Der TX ist also ein Auto, welches den Inklusionsgedanken schon serienmäßig mit an Bord hat. Das Wichtigste, neben den oben genannten Funktionen, ist sicherlich auch die Rollstuhlrampe. Sie ist mit 250 Kilogramm belastbar und erlaubt den Transport eines Rollstuhls. In der Praxis, so bestätigte ein erfahrener Taxiunternehmer, der selbst ein Inklusionstaxi fährt, bietet der TX nicht genügend Platz für die großen elektrischen Rollstühle. Auch im Vergleich zu einem Hochdachkombi mit Heckausschnitt ist die Horst Wiegand, ein erfahrener Taxiunternehmer, hat getestet: „Der TX kann sogenannte Schieber-Rollstühle transportieren. Die Rollstuhlfahrer sollten aber den Kopf einziehen können.“ Durchfahrtshöhe geringer. Der Rollstuhltransport an sich ist aber dennoch machbar. Unterm Strich darf man den TX nicht als einen klassischen Rollstuhltransporter sehen, sondern als Inklusionstaxi. Dieses Taxi für jedermann ist zudem auch mit einem Schwenksitz ausgestattet und die Rollstuhlrampe lässt sich außerdem mit ein paar Handgriffen zu einer Trittstufe umfunktionieren. Einzigartig ist auch die „doppelte“ Schließanlage, über die der Brite verfügt. Wie schon von klassischen Pkws bekannt, verriegeln die Türen automatisch, sobald der Wagen fährt. Beim TX lassen sich die hinteren Türen allerdings erst wieder von innen öffnen, wenn der Fahrer das will. Hat der Kunde bezahlt,wird der Wahlhebel auf P gestellt und durch das Lösen der Fußbremse entriegeln sich automatisch die Türen. Beim erneuten Bremsen verschließen sich die hinteren Türen wieder automatisch. Wer übrigens nicht bar bezahlen will, kann optionale Kreditkartenterminals nutzen, die in den hinteren Seitenwänden eingelassen sind. In unserem Fahrzeug war diese Option allerdings nicht verbaut. Eine zweite Möglichkeit zum Türenöffnen bietet auch noch ein Schalter in der Fahrer- u Willst Du mit uns abrechnen? Kreuze an: Ja Nein www.rzh.de/rechner Ich berechne zuerst, wie viel Zeit ich für die Abrechnung sparen kann, unter: 0281 / 9885 - 222

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