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Taxi Times DACH - November/Dezember 2019

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ELEKTRISCH EIN PLUG-IN-

ELEKTRISCH EIN PLUG-IN- HYBRID ALS GOLDENE MITTE? Der Kia Niro ist in der Taxilandschaft eine außergewöhnliche Erscheinung, weil er mit drei verschiedenen Antriebsvarianten erhältlich ist. Trotz seiner kompakten Abmessungen kann der Crossover mit seinem luxuriösen Interieur punkten. Hybrid, Plug-in-Hybrid oder vollelektrischer Antrieb: Beim Kia Niro haben die Kunden die Qual der Wahl. Wer sich nicht für den Hybrid oder den elektrischen Niro entscheiden kann, findet vielleicht mit dem Plug-in-Hybrid die richtige Alternative. Er verbindet die Vorteile beider Antriebsvarianten. Im Unterschied zum klassischen Hybrid kann der Plug-in-Niro, genau wie der vollelektrische e-Niro, von außen elektrisch geladen werden. Damit hat er genügend Energie an Bord, um 58 Kilometer rein elektrisch zu fahren. Im Fahrbetrieb hat das den Vorteil, dass deutlich häufiger der E-Motor für Vortrieb sorgt und so Benzin einspart. Der Normverbrauch des Niro-Plug-in-Hybrid wird nach WLTP mit lediglich 1,3 Liter Benzin auf einhundert Kilometern angegeben. Ein Traumwert, der aber nur zustande kommen kann, wenn der elektrische Antrieb mit 10,5 kWh Verbrauch in die Rechnung mit aufgenommen wird. Da ein Taxi aber in der Regel mehr als 100 Kilometer am Tag zurücklegt, ist es nur logisch, dass der reale Verbrauch im Taxibetrieb deutlich höher ausfällt. Trotzdem: Im Stadtverkehr kann der Niro wegen der elektrischen Unterstützung seine Stärken voll ausspielen. Im Stop-and-go-Verkehr oder beim Ausrollen bzw. Segeln kommt dem Verbrennungsmotor nur eine untergeordnete Rolle zu. Wenn er sich aber doch mal zu Wort meldet, dann ist der Verbrenner durchaus deutlich wahrnehmbar. Angetrieben wird der Niro-Plug-in-Hybrid von einem Vierzylinder-Benziner mit 1,6 Litern Hubraum. Er leistet 105 PS und ist mit einem Ottopartikelfilter ausgestattet. Seine Kraft gibt er, anders als beispielsweise die Hybrid-Modelle von Toyota, die eine stufenlose Kraftübertragung nutzen, über ein sechsstufiges Doppelkupplungsgetriebe an die Vorderräder ab. Arbeiten E-Motor und Verbrenner zugleich, dann stehen maximal 141 PS Systemleistung zur Verfügung. Beim CO2-Ausstoß verhält sich der Niro vorbildlich. Nach WLTP soll er lediglich 29 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren. Belohnt wird der ganze Aufwand mit einer Abgaseinstufung nach der Euro- 6d-TEMP-Norm. Der Taxameter ist professionell im Dachhimmel integriert. LADEKABEL TYP 2 KOSTET EXTRA Hat man den Anspruch, mit dem Niro-Plugin-Hybrid möglichst häufig elektrisch zu fahren, was ja die Wahl des Antriebs nahelegt, dann sollte man sich vorher genau überlegen, wie das Ladekonzept aussehen könnte. Serienmäßig ist lediglich ein 220-Volt-Ladegerät im Lieferumfang enthalten. Die Batterien des Niro PHEV verfügen nur über einen Energiegehalt von 8,9 kWh. Der Ladevorgang über eine Haushaltssteckdose würde allerdings trotzdem recht lange dauern. Besser ist die Option, den Wagen an einer sogenannten Normalladestation aufzuladen. Diese sind immer häufiger im Stadtgebiet zu finden und könnten die E-Autos mit maximal 22-kW- Strom versorgen. Damit das bei Kias Plug-in-Hybrid aber auch funktioniert, ist ein Ladekabel mit Typ-2-Stecker Voraussetzung. Da dieses Kabel leider nicht mit zum Serienumfang gehört, muss man es für rund 240 Euro zusätzlich kaufen. Trotzdem wird dann aus Taxisicht enttäuschend langsam geladen. Maximal mit 3,7 kW sind Ladevorgänge mit Wechselstrom möglich. Für einmal Vollladen müssen knapp über zwei Stunden eingeplant werden. Das macht, wenn man ehrlich ist, im Arbeitsalltag keinen Sinn. Will man hingegen in der Stadt parken, hat man nun immerhin die Option, eine Ladesäule als Parkplatz zu „missbrauchen“. Das Laden zu Hause über eine eigene Wallbox, die für 670 Euro von Kia angeboten wird, könnte dagegen für Alleinfahrer mit einem eigenen Grundstück interessant sein. Alle anderen werden mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit den Niro mit Plug-in- Hybrid-Antrieb im Taxieinsatz nur selten laden. Dieser Widerspruch wird auch beim Preis deutlich. Ohne Taxipaket sind für den Niro-Plug-in-Hybrid mindestens 28.563,02 Euro fällig. Den klassischen Hy brid gibt es schon für rund 5.900 Euro weniger. Da kann auch die staatliche Förderung für Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge, die Das Typ-2-Ladekabel (l.) ist eine Option. Das 220-Volt-Ladegerät (r.) gibt es inklusive. FOTOS: Taxi Times 26 NOVEMBER / DEZEMBER / 2019 TAXI

ELEKTRISCH FOTOS: Taxi Times, KIA Trotz kleinem Akku: lange Ladezeiten. Der Innenraum wirkt sehr hochwertig. Sogar das Lenkrad ist beheizt. inklusive Fahrzeugherstelleranteil rund 3.000 beträgt, keine zusätzliche Überzeugungsarbeit für die Anschaffung eines Plug-in-Niros leisten. Zwar ist die Serienausstattung bei dem Plug-in-Hybrid umfangreicher, aber trotzdem ist es fast nicht zu glauben, dass es für lediglich 1.100 Euro mehr bereits den vollelektrischen e-Niro gibt, der mit 4.000 Euro gefördert wird. Beim Taxipaket, welches ab Werk bestellt werden kann, gibt es allerdings keine Unterschiede. Für alle Kia-Taxis kostet es einheitlich 1.200 Euro. Darin inbegriffen ist bereits die Folierung in Hell elfenbein. Wer auf die Folierung verzichtet, muss lediglich 600 Euro für die Taxiumrüstung einplanen. Dafür bekommt man eine Taxameter-Vorrüstung und eine speziell angefertigte Konsole, die im Dachhimmel verbaut ist. Zusätzlich wird die Montage eines Dachzeichens und eines Funkgerätes vorbereitet. Weiterhin sind die zentrale Innenlichtschaltung und die Taxi-Notalarmanlage Bestandteil der Intax-Umrüstung. Der Alarm wird über einen Knopf unterhalb der Lenksäule aktiviert. Er befindet sich leider in Reichweite des Knies und kann unter Umständen zu einem Fehlalarm führen. Grundsätzlich ist der Umbau aber genauso hochwertig wie der gesamte Innenraum des Niro. Die auffälligste Option ist tatsächlich die Lederausstattung, bei der eine Sitzheizung auf vier Sitzen und eine Sitzbelüftung auf den vorderen Sitzen enthalten ist. Dafür werden 1.250 Euro aufgerufen. Gerade die Sitzheizung ist ein echtes Must-have, denn bis der Motor richtig warm geworden ist, vergeht viel Zeit. GUTER FAHREINDRUCK Im Fahrbetrieb hinterlässt der Niro einen sehr guten Eindruck. Dank E-Unterstützung liegt auch im unteren Drehzahlbereich genügend Drehmoment an. Das Fahrwerk ist angenehm straff. Elektrische Assistenzsysteme, wie beispielsweise ein autonomer Notbremsassistent mit Fußgängerschutz sowie ein adaptiver Tempomat mit Frontkollisionswarner, gehören bereits zum Serienumfang. Das Entertainment- System, in unserem Fall mit Navigation, ist übersichtlich und kann die wichtigsten Funktionen per Knopfdruck anzeigen. Wahlweise kann man sogar einen Funktionsknopf frei belegen. Ein Effizienz-System informiert den Fahrer auf Wunsch jederzeit da rüber, wie effizient man unterwegs ist. Das wird durch einen symbolisierten Baum dargestellt. Sind alle Äste grün eingefärbt, entspricht das einer extrem sparsamen Fahrweise. Selbstverständlich ist bei nur 4,35 Metern Außenlänge auch der Platz im Innenraum nicht allzu üppig bemessen. Auf den hinteren Sitzen ist er schon ein wenig begrenzt, aber durchaus noch akzeptabel. Schwierig sind die Platzverhältnisse im Kofferraum. Dort stehen nur 324 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung, auch weil der doppelte Kofferraumboden bereits durch den Akku und das Tire-fit-System besetzt ist. Der e-Niro bietet konstruktionsbedingt mehr Platz. Sehr schön haben die Ingenieure das Zusammenspiel der klassischen Fußbremse und der Rekuperationsbremse hinbekommen. Dass überhaupt Bremsenergie rekuperiert wird, ist fast nur an der Anzeige im ansprechend gestalteten und übersichtlichen Multifunktionsdisplay zu erkennen. Im kommenden Modelljahr wird dem Niro ein überarbeitetes Design mit neuen Scheinwerfern und Stoßfängern spendiert, der Innenraum wird mit neuen Designelementen aufgefrischt. Zusätzlich sind jetzt auch noch weitere Assistenzsysteme erhältlich. Unter anderem kann der Tempomat des Niro dann im Stau auch mit Stop-andgo-Verkehr umgehen. Unterm Strich ist der Kia Niro als Plugin-Hybrid ein gelungenes Auto mit guten Fahrleistungen und einem sehr günstigen Verbrauch. Der recht klein geratene Kofferraum schränkt aber die Nutzung als Taxi deutlich ein. Trotzdem ist der Kia Niro sehr vielseitig und stellt den Taxiunternehmer gerade bei der Wahl des Antriebs vor eine Gewissensfrage, denn die Einstiegsvariante des vollelektrischen e-Niro gibt es fast für das gleiche Geld. sg Hinweis: Alle genannten Preise sind netto und leicht auf- bzw. abgerundet. Modellpflege gibt es für den Niro ab dem Modelljahr 2020. Der Ford Transit Custom Lagerfahrzeuge sofort verfügbar FORD TRANSIT CUSTOM Trend 2,0 l TDCi 96 kW (130 PS), Automatikgetriebe INTAX-Ausstattung: Taxi Paket mit Folie, Taxi- Schild LED, Dachzeichen-Schalter, Folierung Türgriff & Spiegel, Folierung Stoßfänger Ford-Ausstattung: Klimaanlage vorne und hinten, 9-Sitzer, Kunstleder, Navigationssystem u.v.m. Bei uns für € 29.733,- zzgl. MwSt. Abbildung zeigt Wunschausstattung Kraftstoffverbrauch (in l/100 km): Ford Transit Custom: 7,7 (innerorts); 6,1 ( außerorts), 6,7 (komb.); CO 2 -Emission: 174 g/km (komb.), CO 2 -Effizienzklasse: A. FordStore AUTO PIEROTH taxi@auto-pieroth.de Auto Pieroth GmbH & Co. KG Siemensstraße 4 55543 Bad Kreuznach Rufen Sie ihren Taxi-Spezialist Marco Sauer an 0671 834 15-21

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