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Taxi Times DACH - Oktober 2018

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RUBRIK „Rund-um-die-Uhr- Abholer“: Den Slogan der aktuellen Taxi- Kampagne schätzt SPD-Politikerin Natascha Kohnen besonders bei ihrer Tochter. POLITIK Partner ÖPNV: Eine wichtige Straße in Nürnberg war gesperrt, die Straßenbahn nebenan konnte fahren. Solidarischer Kunde: Münchens Alt-Ob Christian Ude mischte sich als „zufriedener Fahrgast“ unter die Zuhörer und wurde mit Applaus begrüßt. Florian Post, SPD Sebastian Brehm, CSU Dr. Reinhold Babor, CSU Spürbar wütend auf Uber: Markus Ganserer von den Grünen. für Rosinenpickerei. Während Taxis Pflichten, etwa die Betriebspflicht oder die Beförderungspflicht, haben, suchen sich andere willkürlich raus, wann, wo und wen sie fahren wollen.“ Post, der vorgab, selbst noch nie ein Uber-Fahrzeug genutzt zu haben, traute sich zu wetten, „dass der Uber-Tarif jetzt nicht derselbe ist wie gestern zu dieser Zeit, als es eben keine Taxidemonstration in der Stadt gab“. deshalb nicht komplett dem freien Markt überlassen werden. Brehm verwies auf Michael Donth, ebenfalls Mitglied des Bundestags und innerhalb der CDU/CSU Fraktion der Taxi-Experte. „Ich habe mich heute mit Michael Donth unterhalten“, verriet Brehm. „Und er hat auch gesagt, seiner Meinung nach solle es so bleiben, wie es ist, und ich soll herzliche Grüße ausrichten, dass wir es gemeinsam schaffen.“ jh städtischen Verkehrsbetrieben. „Das macht dann Sinn, wenn man damit entfernter gelegene Stadtteile einbindet. Es macht aber keinen Sinn, wenn man damit zum Hauptbahnhof fährt und die Straßen noch mehr verstopft, während unter dem Asphalt nur noch halb volle U-Bahnen unterwegs sind“, sagte Ziegler. Damit all das nicht eintritt, habe man bewusst die Taxidemos organisiert. „Wir wollen die öffentliche Diskussion anregen und verhindern, dass Änderungen am PBefG hinter verschlossenen Türen vorgenommen werden. Die Struktur des PBefG hat auf alle Bürger in den Städten Auswirkungen.“ Das Taxigewerbe argumentiert schon seit Langem in diese Richtung und stößt damit auf immer mehr Verständnis in der Bevölkerung und vor allen Dingen in der Politik. Insgesamt sechs Redner verschiedener Parteien waren der Einladung zur Taxidemo gefolgt und hatten zu den protestierenden Taxiunternehmern und Fahrer gesprochen. Einer von ihnen sprach sowohl in München als auch in Nürnberg. Sie alle erwiesen sich als Befürworter des Taxigewerbes und gaben allen Zuhörern das gute Gefühl, verstanden zu haben, worum es nicht nur bei den Taxidemos, sondern ganz grundsätzlich geht. Natascha Kohnen, Landtagsabgeordnete der SPD und Spitzenkandidatin der in Bayern bevorstehenden Landtagswahl, sagte, man brauche auch in Zukunft feste Tarife für Taxifahrten. „Städte und Landkreise müssen die Taxis vor Ort regulieren können, auch mit Begrenzung der Konzessionen.“ Kohnen lobte die Verlässlichkeit des Taxis, auch in Hinblick auf die Sicherheit für die Fahrgäste. Das schätze sie besonders bei ihrer 18-jährigen Tochter. Als »Taxiunternehmer zahlen Löhne und Gehälter und damit Steuern« MdB Sebastian Brehm, CSU Mutter fühle sie sich immer besser, wenn sie weiß, dass die Tochter vom Taxi gut nach Hause gebracht wird. Direkt an die Zuhörer gewandt versprach Kohnen: „Wir werden es nicht zulassen, dass internationale Konzerne kommen, Milliarden auf dem Kapitalmarkt einsammeln und Sie dann mit Dumpingangeboten kaputtkonkurrieren. Die SPD wird da nicht mitmachen.“ Mit Uber-Vertretern hätte die bayerische SPD kritische Diskussionen geführt. „Die habe ich gleich wieder heimgeschickt, als sie mit mir reden wollten“, stellte Markus Ganserer vor dem Nürnberger Publikum klar. Der Landtagsabgeordnete und verkehrspolitische Sprecher der Grünen war schon wenige Stunden vorher bei der Münchner Taxidemo aufgetreten und sicherte auch den fränkischen Kollegen seine uneingeschränkte Solidarität zu. Er sprach die PR-Lüge der sogenannten Sharing Economy an. Uber wolle den ganzen Markt, „und zwar für sich alleine. Und wenn sie ihn beherrschen, dann wird abkassiert. Sharing heißt teilen, das wollen die aber nicht“. Dank technischen Fortschritts könne man überall per Internet die Telefonnummer oder Kontaktdaten der Taxizentrale herausfinden, dort anrufen und bekomme immer ein Taxi. „Dazu braucht man keine App und kein Uber“, sagte Ganserer. „Und weil ein Taxi dank Beförderungs- und Tarifpflicht den Kranken auch dann befördert, wenn der Weg nur zwei Kilometer lang ist, und wenn es pressiert, auch mal bis nach München fährt, sage ich: Hände weg vom Taxitarif!“ Florian Post, SPD-Bundestagsabgeordneter und Redner in München, nannte das Geschäftsmodell von Uber „ein Paradebeispiel FOTO: Simi, axi München eG, Christian Liss FOTOS: Taxi München eG, Christian Liss „MACHEN SIE DAS IHREN FAHRGÄSTEN KLAR“ Für den Münchner Alt-OB Christian Ude, auch SPD, dürfen keine funktionierenden Strukturen zerstört werden. Daher gehe es nicht nur um die legitimen ökonomischen Motive der Taxibranche, sondern um das gesamtstädtische Interesse, das Taxi als funktionierende Ergänzung zum ÖPNV nicht leichtsinnig zu gefährden und zu verlieren. „Machen Sie das Ihren Fahrgästen klar“, appellierte Ude direkt an alle Kollegen, als er spontan auf die Bühne kam. „Lassen Sie nicht zu, dass lukrative Geschäftsbereiche herausgebrochen werden, um dann hinterher, wenn der Marktanteil erobert ist, kräftig zuzulangen.“ Fahrgäste dürften nicht in die Situation gebracht werden, nicht mehr die Zuverlässigkeit einer Tarifordnung zu haben, sondern „der Willkür eines Algorithmus ausgesetzt zu sein, der nichts mit sozialer Verantwortung und nichts mit den Überlegungen einer Taxikommission zu tun hat“. Auch Reinhold Barbor, Stadtrat der Münchner CSU und seniorenpolitischer Sprecher, warnte vehement vor irgendwelchen Aufweichungen der Vorschriften. Er verwies auf die über 300.000 Menschen in München, die über 65 Jahre alt sind und für die aufgrund mancher altersbedingter Mobilitätseinschränkungen das Taxi ein wichtiger Bestandteil des ÖPNV ist. Eine Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes dürfe also nicht zulasten des Taxigewerbes gehen. Sebastian Brehm, Bundestagsabgeordneter für die CSU, sieht das Taxi als wichtigen Teil des Mittelstands und als Rückgrat der Gesellschaft. „Wir werden nicht zulassen, dass internationale Großkonzerne den Markt komplett übernehmen und den Mittelstand kaputtmachen. Wir stehen zu den Taxiunternehmern und Taxifahrern, weil sie Löhne und Gehälter und damit Steuern zahlen und es somit alles nach Recht und Gesetz läuft“, sagte der Politiker in Nürnberg. Das Taxi sei öffentliche Daseinsvorsorge und dürfe Hier werden Sie nicht geblendet. Mit dem SPT-02 von HALE: Perfekte Brillanz bei Sonne, kein Blenden in der Nacht! Die Zukunft im Taxi. 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