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Taxi Times DACH - September Oktober 2019

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BEHÖRDEN DAS LANGE

BEHÖRDEN DAS LANGE WARTEN AN DER FÜHRERSCHEINSTELLE Die turnusgemäß notwendige Verlängerung des P-Scheins wird für Taxifahrer immer mehr zum Glücksspiel. Als ganz besonders schwierig gestaltete sich das für einen Stuttgarter Taxifahrer. Frank Sailer fährt seit 20 Jahren in Baden-Württembergs Hauptstadt Taxi. Er muss, wie allgemein üblich, alle fünf Jahre seinen Taxischein verlängern lassen und machte sich ein gutes Vierteljahr vor Ablauf auf den Weg zur Stuttgarter Führerscheinstelle. Weil an dem Tag aufgrund von Bauarbeiten nur zwei Schalter besetzt waren, ging Sailer und kam Anfang Juni wieder. Doch die Situation war ähnlich: „Als ich an der Führerscheinstelle, 30 Minuten bevor sie öffnet, ankam, bot sich mir ein noch schlimmeres Bild als beim ersten Mal. Es standen diesmal ca. 80 Menschen vor der Tür und ein neues Schild war auch angebracht, auf dem zu lesen war, dass wegen Personalmangels und erhöhten Aufkommens die Führerscheinstelle nun nur noch Montag- und Dienstagvormittag von 8.30– 12.30 Uhr, Donnerstag von 8.30–12.30 Uhr und 13.30– 17 Uhr und freitags von 8.30–12.30 Uhr geöffnet sei und man sich vorbehält, vorzeitig zu schließen“, beschreibt Sailer die Situation. „Ich stellte mich also brav in die Reihe und wartete. Irgendwann ließen dann die Security-Mitarbeiter die wartenden Menschen ein, um sich am Wartenummernautomaten eine Nummer he rauszulassen. Da ging der Tumult schon los (…) Aber nach ungefähr 20 Nummern war eh Schluss. Da hieß es dann am Automaten: Führerscheinstelle geschlossen!“ Frank Sailer erlebte eine Taxischeinverlängerung mit hohen Hürden. STUTTGART IST KEIN EINZELFALL Was in Stuttgart passiert, scheint ein generelles Problem städtischer Behörden zu sein. So berichtet beispielsweise der Duisburger Kollege Manfred Pingel, dass er sich morgen bereits um 5.45 Uhr in die Schlange stellen musste. Die Behörde selbst öffnete dann um 8 Uhr. In München beträgt die Wartezeit laut Aussage eines Taxifahrers drei Monate. Ein anderer Kollege (Josip Bartinic) ergänzt die Trauermeldungen um die Schilderung des dortigen Taxibüros. Dort sei nur noch eine Vollzeitstelle übrig geblieben. „Alle Mitarbeiter knicken weg, weil die Leitung nichts unternimmt und die wenigen ausbluten lässt“, schreibt Bartinic an Taxi Times. Der Berliner Taxifahrer Paul kennt aus der Bundeshauptstadt auch keine besseren Zustände. „Das zuständige Labo nimmt keine Anträge mehr an“, berichtet er. Anträge könne man nur im Bürgeramt stellen und dort brauche man viel Geduld. „Der Staat vernachlässigt auf allen Ebenen seine Aufgaben. Was ist aus diesem Land geworden?“ jh ANSTELLEN AB 4.30 UHR Diese Situation, so Sailer, hat sich bereits mehrfach wiederholt. Teilweise sollen sich die Wartenden bereits um 4.30 Uhr vor dem Amt angestellt haben. Sailer, der zwischenzeitlich mehrfach das Amt wieder unverrichteter Dinge verlassen musste, lief langsam die Zeit weg. Anfang September hätte sein P-Schein die Gültigkeit verloren. „Wenn ich keine Lösung für mein Problem bekomme, bin ich ab dem 5. September arbeitslos – nur weil die Stadt Stuttgart ihren Bürgerpflichten nicht nachkommen kann“, schrieb Sailer im August in einem Brandbrief an die Behörden und an die Medien. Dieser öffentliche Druck führte zumindest im Einzelfall Sailer dazu, dass er mittlerweile einen Antrag stellen konnte und somit nicht befürchten muss, sich demnächst auch noch in die Schlange beim Arbeitsamt einreihen zu müssen. Doch Hoffnung auf eine schnelle Besserung der Situation konnte die Stadt Stuttgart auf Anfrage von Taxi Times nicht machen. Man räumte zwar ein, dass nachgebessert werden muss, die eigentliche Herausforderung sei aber die stetig steigende Einwohnerzahl. Man habe auch bereits im Mai beschlossen, neue Vollzeitstellen zum 1. Oktober zu schaffen, weshalb man mit einer Verbesserung der Situation zum Jahresende rechnen könne. Sonderlösungen für Berufskraftfahrer, bei denen es ja immerhin um den Erhalt des Arbeitsplatzes geht, will man nicht gewähren. Eine Bevorzugung einzelner Berufsgruppen sei nicht möglich. jh FOTO: privat 20 SEPTEMBER / OKTOBER / 2019 TAXI

NEWS MONOPOL FÜR DIE E-KLASSE Der Salzburger Taxameterhersteller Hale bietet ab sofort seinen Wegstreckenzähler SPW-03 an. Bis zur endgültigen Genehmigung war viel Geduld nötig. Die neueste Generation des Spiegel-Wegstreckenzählers von Hale. FOTO: Hale Die lang ersehnte Zulassung für Deutschland durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) erfolgte „nach umfassenden Prüfungen“, was auch zu einer „entsprechend langen Zulassungsdauer“ geführt habe, heißt es in einer Pressemitteilung von Hale. Das „SP“ im Produktnamen steht für Spiegel, das „W“ für Wegstreckenzähler. Damit sind auch der Einbauort und der Einsatzzweck des Geräts eindeutig definiert: Es ersetzt den Innenspiegel (original Mercedes-Benz-Gehäuse) und kommt bei Mietwagenbetrieben zum Einsatz. Er ist laut Hersteller der derzeit einzige ab Werk zulässige Spiegelwegstreckenzähler für die aktuelle Mercedes-Benz E-Klasse W213, B- und S-Klasse. Der SPW-03 entstammt der LINUX-Produktgeneration. Das technische Fundament bildet Hales Spiegeltaxameter SPT-03, der bereits seit 2016 als „Mercedes-Spiegel“ im Einsatz ist. „Ab Werk noch als SPT-03 ausgeliefert, ist für den Einsatz des SPW-03 im täglichen Fahrbetrieb lediglich das Flashen der Software durch den HALE Kundendienst notwendig“, schreibt das österreichische Unternehmen. Auch ein Mischbetrieb Taxi/Mietwagen sei möglich. Ein Gerät ermögliche zwei Verwendungen. Heute Taxi – morgen Mietwagen. Bei der Gerätebedienung verspricht Hale neue Funktionen. Im Unternehmermodus ist eine schnelle und einfache Preiseingabe möglich. Dabei lassen sich bis zu 20 Preisstufen programmieren. Zusätzlich zu den üblichen Umsatz-, Touren- und Kilometerzählern sorgen acht einzeln zuordenbare Preisstufen-Kontrollzähler sowie die zweistellige alphanumerische Preisstufenanzeige (z. B.: N2 für „Nacht 2“ oder F1 für „Feiertag 1“) für den nötigen Überblick in jedem Mietwagen. Über die Unternehmerkarte sind Unternehmerparameter und Preisstufen jederzeit leicht in weitere Mietwagen übertragbar. AKTIVE PAUSENAUFZEICHNUNG Für Unterstützung im täglichen Fahrbetrieb sorgen Zusatzfeatures wie die Eingabe von Verrechnungsnummern, die Arbeitszeiterfassung, die Stehzeitaufzeichnung in Besetzt, die Pausenaufzeichnung (aktiv und passiv), die Privatfahrtmarkierung im Zwischenschichtmodus oder der Mehrwertsteuer-Auswahlmodus (inkl. 0 % für Behindertentransport). Wird der Wegstreckenzähler in den Kasse-Modus geschalten, schafft die automatische Innenlichtschaltung die für den Zahlvorgang nötige Helligkeit. Durch das Originalgehäuse bleiben zudem die gewohnte Mercedes-Benz-Ambientebeleuchtung sowie die schaltbaren Leselampen (links und rechts) erhalten. Vollständig integriert ist ein NFC-Leser, der eine kontaktlose Fahreranmeldung sowie Schichtdatenübertragung auf den PC bzw. ins Datencenter über NFC-Card ermöglicht. Sämtliche GoBD-konforme Daten (u. a. auch INSIKA) können auch online via Modem übertragen werden. Für blendfreie Mietwagenschichten sorgt das patentierte „Night Vision Safety System“ (NVS®), das es nur bei Hale gibt. Intelligente Sensoren blenden automatisch und stufenlos den Innen- und auch den Außenspiegel ab. Zudem reguliert das Display die Helligkeit völlig selbstständig. Der SPW-03 wird von Hale und von seinen autorisierten Kundendiensten zu einem Nettopreis von 890 Euro angeboten. In der Erstausrüstung bei Mercedes-Benz wird er über deren Taxirabatt verrechnet. jh Wir verbinden das Beste aus zwei Welten! Mit der zukunftsweisenden Technik des Elektroantriebs und der Fachkompetenz von MobiTEC im Bereich Taxiumbau sind Fahrzeuge von uns auch künftig: flexibel | funktionell | individuell Nissan e-NV200 www.mobi-tec.de Ihr Fahrzeugumbauer aus dem Allgäu | MobiTEC GmbH & Co. KG | 88450 Berkheim

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