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Taxi Times International - Januar 2015 - Deutsch

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VERANSTALTUNG

VERANSTALTUNG VERANSTALTUNG TAXI IM UMBRUCH Taxi Times organisierte ein Fachseminar für den Taxitreff 2015 auf Mallorca. Die Referenten packten aktuelle Themen an: vom PBefG über zukunftsorientierte Antriebe bis zum Fiskaltaxameter. Taxitreff bei Sonnenschein und Meeresbrise statt bei Schmuddelwetter und Schneegefahr. Michael Much holte die traditionelle Taximesse von Bad Tölz nach Mallorca und viele Aussteller und Taxiinteressierte folgten auf die Baleareninsel. Doch trotz schönsten Wetters war am Freitag, den 30. Oktober, statt Sonnenliege oder Badestrand ein Fachseminar angesagt. Eines machten alle Vorträge und die da rauf folgenden Diskussionsrunden klar: Ein „Weiter so“ wird es für das Taxigewerbe nicht geben und wer dachte, dass der Mindestlohn die größte Herausforderung für »Die Autobahnmaut war höher als die Spritkosten.« Birgit Wöber, Erdgas-Spezialistin das Gewerbe darstellt, irrt. Das hob bereits Axel Ulmer von der Ulmer Consulting UG im ersten Beitrag des Tages hervor. Das Personenbeförderungsgesetz (PBefG) ist zwar die solide Grundlage des Taxigewerbes, doch das Gesetz aus dem Jahre 1961 gerät zunehmend unter Beschuss. Klar ist: Der öffentliche Personennahverkehr braucht Regeln, die aber für alle Teilnehmer gelten müssen. So muss das als veraltet verschriene PBefG weder ersetzt noch erneuert werden. Was jetzt vor den Gerichten passiert, ist lediglich eine notwendige Klarstellung. Neue Geschäftsmodelle, neue Kommunikationsmedien und nicht zuletzt neue Anbieter machen diese Klarstellungen notwendig. Es gibt aber keinen Grund, weshalb die drei Säulen des Gesetzes – Tarifpflicht, Betriebspflicht und Beförderungspflicht – inzwischen veraltet sein sollen. Diese Klarstellungen nützen letztendlich allen Marktteilnehmern. Nach Axel Ulmer muss der Unternehmerbegriff auch auf Vermittlungsunternehmen ausgedehnt werden um gleiche Voraussetzungen für »Das PBefG muss weder ersetzt noch erneuert werden.« Axel Ulmer, Spezialist des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) Zu den Seminar- Besuchern zählte auch mytaxi-Gründer Niklas Mewes (2. Reihe, 2. v. r.). alle zu schaffen. Gleichzeitig gehört die unbeschränkte Vergabe von Mietwagenkonzessionen auf den Prüfstand. Klarstellungsbedarf gibt es auch bei der Tarifpflicht. Verfechter einer Liberalisierung des Taximarktes, wie die Monopolkommission zum Beispiel, gehen davon aus, dass eine Deregulierung des Taxitarifes automatisch zu niedrigeren Fahrpreisen führen würde. Das sei aber gar nicht zwingend, erklärt Hans-Peter Kratz, erster Vorsitzender der Taxivereinigung Frankfurt. Denn wer sollte den Taxipreis in Zukunft festlegen? Die Fahrer? Die Unternehmer? Oder Verbände und Zentralen? Keine der Möglichkeiten garantiert tatsächlich niedrigere Preise bei gleichbleibender Qualität. FOTOS: Taxi Times, Hayrettin Şimşek »Die Tarifpflicht schützt Kunden und Betriebe.« FOTOS: Taxi Times, Hayrettin Şimşek Hans-Peter Kratz, Frankfurter Gewerbespezialist Und was ist zu „high times“ wie Silvester, Messen oder Schneechaos? Was ist mit Senioren, was mit Rollstuhlfahrern? Aus Kundensicht kann so ein Preischaos nicht wünschenswert sein. Im Gegenteil: Der Kunde will sofort, überall und zu einem kalkulierbaren Preis befördert werden – da ist kein Preisvergleich nötig. Die Tarifpflicht schützt also Kunden und Betriebe – so das Fazit aus Frankfurt. Die Fahrpreise im Taxigewerbe werden üblicherweise mit dem Taxameter gemessen. Hier können gleich zwei Gesetze den Taxibetrieb erschweren. Zum einen das neue Mess- und Eichgesetz, das bereits seit ersten Januar 2015 in Kraft ist. Die Behörden gingen bei der Formulierung des Gesetzes davon aus, dass Taxis bereits ab Werk mit einem Taxameter ausgerüstet sind und dieser auch bereits über alle der über 800 Tarife verfügt. „Faktisch wurde hierdurch die behördliche Erst-Eichung durch ein privatrechtliches Konformitätsbewertungsverfahren ersetzt“, erklärt Bernd Große-Holtforth, Koordinator für Nutzfahrzeuge und Sonderfahrzeuge bei Citroën Deutschland. „Für ein Taxi bedeutet das Gesetz, das folgende drei Konformitäten erklärt werden müssen: für das Fahrzeug, TAXI-ERSATZFAHRZEUGE Festnetzpreis 6 ct/Anruf · Mobilfunkpreise maximal 42 ct/min 0180-2221 222 Bundesweit 24 Stunden Service Telefon TRP TAXI-RENT-PARTNER Datenfunksysteme für alle Taxi-Zentralen verfügbar. Bundesweit - auch in Ihrer Nähe. Risikofreie Anmietung durch direkte Versicherungsabrechnung. Mitglied im BZP für das Taxameter und für die Programmierung.“ Bis zu einer bundesweiten und praktikablen Lösung wird man sich mit einer Notlösung behelfen: „Nach einer gegenseitigen Vereinbarung vom 19.10.2015 werden – bis zu einer definierten, bundesweit einheitlichen Lösung – die durch die Taxameter-Dienste vorgelegten Konformitätserklärungen unter Zugrundelegung der derzeit verfügbaren Daten seitens der Konformitätsbewertungsstellen beziehungsweise Eichbehörden akzeptiert.“ Die zweite Erschwernis ergibt sich aus der Einführung des Fiskaltaxameters. Momentan ist das Insika-Verfahren als sichere Lösung bekannt. Allerdings fehlen Taxameterherstellern noch Informationen vonseiten der Behörden, wie die neue Regelung technisch umgesetzt werden soll, erklärt Hale-Geschäftsführer Martin Leitner. Auch wenn die Durchführung noch nicht restlos geklärt ist, sollte man sich keinesfalls auf eine Verschiebung des Fiskaltaxameters verlassen. Letztendlich soll der Kunde im Taxi aber nicht anders behandelt werden als bei allen anderen Geldgeschäften: In Österreich muss ab 1. Januar bei jedem Zahlvorgang ein Beleg erzeugt und an ihn übergeben werden. Gleichzeitig müssen die Daten Sicherheit durch Forderungsabtretung www.taxirent.de »Peugeot Citroën ist 2015 Marktführer bei der Reduzierung der CO2-Emissionen.« Bernd Große-Holtforth, Citroëns Taxi-Spezialist unveränderlich und für das Finanzamt überprüfbar gespeichert werden. Positiver auf das Taxigewerbe dürften sich neue Antriebsarten auswirken. Davon durfte Bernd Große-Holtforth, vor allem aber Maria Wöber, Geschäftsführerin und Frontfrau von GIBGAS, berichten. Wöber war gleich mit dem Erdgasauto von München nach Mallorca gefahren. „Bei 80 Euro Ausgaben für Erdgas lagen die Autobahngebühren um zehn Euro höher“, wusste sie zu berichten. Wer in Zeiten manipulierter Abgaswerte nach einer sauberen Alternative sucht, sei mit CNG-Antrieb gut beraten. Oder mit Hybrid-Motoren, wie sie bei Ci troën in Kombination mit Diesel-Antrieben erhältlich sind. „PSA Peugeot Citroën ist 2015 Marktführer bei der Reduzierung der CO2-Emissionen“, sagt Holtforth. Für die Seminar-Besucher dürfte sich der Vormittag gelohnt gaben. So viel geballte Taxi- Kompetenz ist selten. Auch wenn nicht alle Informationen Anlass zur Freude bieten: Das Taxigewerbe wird auch in Zukunft bestehen bleiben, wenn alle Beteiligten die richtigen Entscheidungen treffen. Deshalb hätte es auch kaum geschadet, wenn noch mehr Taxiunternehmer, Zentralenchefs und Fachleute ihren Weg auf die Baleareninsel gefunden hätten. tb 14 JANUAR / 2016 TAXI TAXI JANUAR / 2016 15

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