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Taxi Times International - Oktober 2015 - Deutsch

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ZAHLEN DEMONSTRATION

ZAHLEN DEMONSTRATION GRIECHISCHE STATISTIKEN 2 SCHICHT­ BETRIEB Inter n a tionale Taxisolidarität auf Brüssels Straßen (unten links). Der ungeliebte Kon kurrent (unten Mitte). Die große Wirtschaftskrise in Griechenland trifft auch das Taxigewerbe – besonders in Athen. DOPPEL­BESETZUNG 50 % der Taxis fahren im 2-Schichtbetrieb. Taktische Besprechung: die Kollegen aus Paris. Die EU-Kommission war das Ziel der Proteste der Taxibranche (unten rechts). 60–80 EURO PRO TAG Durchschnittswert einer Taxifahrt in Athen: 5 Euro Durchschnittsumsatz pro Tag: 60–80 Euro Rückgang des Durchschnittsverdienstes eines Taxifahrers von 2010–2015: 70 % ARMUTSGRENZE Jahreseinkommen in Euro, das man in Griechenland als allein Lebender mindestens erzielen muss, um nicht als armutsgefährdet zu gelten: 5 910 Euro 5.910 € ARBEITSLOSENQUOTE IN GRIECHENLAND: 25,6 % (Stand März 2015) EIN EUROPÄISCHES TAXISIGNAL 60 TAXI KONZENTRATION AUF DIE HAUPTSTADT Anzahl Taxikonzessionen in Griechenland: 30 000 Anzahl Taxikonzessionen im Großraum Athen: 13 772 50 LANGE WARTEZEIT Bis zu 5 000 Athener Taxis stellen sich schon nachts am Flughafen bereit, um am Tag eine Tour (ca. 40 Euro) in die Stadt zu bekommen. 37 1980 1990 2000 2015 600 % WENIGER Durchschnittliche Touren eines Athener Taxis in 24 Stunden (T/24 Std.) STAAT AUF PUMP Staatsverschuldung (geschätzt) im Jahr 2014: 317,3 Milliarden Euro STAATSVER­ SCHULDUNG 10 FOTO: Sven Hoppe / dpa FOTOS: Wim Faber Am 16. September demonstrierten ca. 500 Taxis aus Brüssel und anderen belgischen Städten sowie Delegationen aus Frankreich, Spanien, Portugal und sogar London in der europäischen Hauptstadt gegen Uber. Mehrere Stunden lang sperrten sie den inneren Ring in Brüssel sowie den Schuman-Platz vor der Europäischen Kommission. Nebenbei waren auch noch der Südbahnhof und die Zufahrtsstraße zum Flughafen betroffen. Im Vergleich zur Demonstration der europäischen Bauern vor ein paar Tagen verlief die Demonstration der Taxibranche allerdings sehr friedlich. Am Sonntag davor hatten Brüsseler Taxis ihre Dienste für 50 Prozent der auf dem Taxameter angezeigten Gebühr angeboten – genau jenen Anteil, den Uber nicht an Sozialabgaben, Versicherungen und Steuern zahlt. STRENGERE KONTROLLEN Auffällig war, dass der belgische Minister Tommelein nach der Demonstration und einem Treffen mit der örtlichen Front der Taxiverbände und Gewerkschaften verkündete, dass man die Zahlung von Sozialbeiträgen und Steuern durch Uber künftig strenger kontrollieren würde. Eine von Tommelein in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass Uber-Fahrer unabhängige Unternehmer und keine Arbeitnehmer sind. Nach dem jüngsten Urteil, das über Uber in Kalifornien gefällt wurde, sehen die belgischen Gewerkschaften Uber-Fahrer als Arbeitnehmer an. Zwei Tage später verkündete Uber plötzlich, die USt-ID-Nummern seiner belgischen Fahrer würden überprüft und man werde mit den Finanzbehörden bei der Bekämpfung von Steuerhinterziehung zusammenarbeiten. Alle, welche die Regeln nicht befolgten, würden in der App „deaktiviert“. Die „Technologiefirma“ hat vielleicht mehr Interesse daran, mit den Behörden zusammenzuarbeiten, weil der Die ganze Strecke von London gefahren – ein Mitglied der Gewerkschaft Unite. Brüsseler Mobilitätsminister Smet Methoden zur Legalisierung der Uber-Dienste untersucht und die EU gerade ein Forschungsprojekt über Plattformen wie Uber und Airbnb initiiert hat, das eine EU-weite Regulierung nach sich ziehen kann. Kurz vor der Demonstration hatte sich Smet mit David Plouffe, einem „hohen Tier“ bei Uber, zum Mittagessen getroffen. Aus diesem Grund lieferten die Demonstranten frische Brötchen an Smets Büro. Für die belgischen Taxiunternehmer fiel das Ergebnis dieses Tages ziemlich dürftig aus. Nachdem sie mehr als ein Jahr auf Maßnahmen seitens der Regierung gehofft haben, hätten sie gerne ein entschlosseneres Vorgehen von Seiten der Behörden gesehen – und zwar mit Maßnahmen, die zu einem Verbot von UberPOP in Deutschland und den Niederlanden führen. wf 32 TAXI OKTOBER / 2015 33

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